HomeReiseratgeberTipps & Etikette10 Tipps für nachhaltiges Reisen in Japan

    Umweltbewusst reisen

    10 Tipps für nachhaltiges Reisen in Japan

    Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen und ist auch dann relevant, wenn es um das Reisen in Japan geht. Hier sollte man darauf achten, dass man die kulturelle und natürliche Umwelt nicht schädigt und die lokale Wirtschaft fördert. Doch was heißt das konkret, wenn es um Reisen nach Japan geht?

    Vor allem geht es um das Fördern von Praktiken, die langfristig aufrechterhalten werden können und sowohl den Menschen vor Ort als auch der Umwelt zugutekommen. Japan bietet eines der effizientesten Zugnetze der Welt, reiche Kulturlandschaften, traditionelle Glaubensvorstellungen und eine unglaubliche Vielfalt an Natur.

    Im Folgenden finden sich einige Tipps, die beim nachhaltigen Reisen in Japan helfen.

    1. Länger in Japan bleiben

    Länger und intensiver entdecken
    Japan länger und intensiver entdecken (Foto: bobby hendry, Unsplash)

    Die Anreise nach Japan muss in der Regel mit dem Flugzeug erfolgen und ist damit natürlich an sich mit einer schlechten Umweltbilanz verbunden, doch auch hier kann man nach Flügen suchen, die weniger CO₂ verbrauchen. Damit sich die Reise gerade bei der Länge des Fluges auch wirklich lohnt, sollte man mindestens 2 Wochen in Japan verbringen.

    Dabei lohnt es sich, nicht einfach von einem Touristenziel zum nächsten zu hasten, sondern sich in den einzelnen Destinationen mehr Zeit zu nehmen. Durch die eingesparte Reisezeit kann man noch tiefer in die japanische Kultur eintauchen, zudem kann man so länger in einer Unterkunft bleiben und spart damit den täglichen Austausch von Handtüchern und Bettlaken. Idealerweise verbringt man seine Zeit auch in einem lokalen familiengeführten Gästehaus und bekommt viele gute Tipps aus erster Hand.

    Zudem spart man auch CO₂, wenn man nicht zu viel Gepäck mitnimmt. In japanischen Hotels gibt es oftmals Waschmaschinen, die man nutzen kann und auch in japanischen Städten findet man sehr oft Waschsalons, die sich perfekt eignen, wenn man länger unterwegs ist und umweltbewusster reisen möchte.

    2. Mit dem Zug fahren

    Japan erkundet man am besten mit dem Zug
    Japan erkundet man am besten mit dem Zug (Foto: Nuno Antunes, Unsplash)

    Japan besitzt eines der besten Zugsysteme der Welt. Insbesondere mit dem berühmten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen kann man schnell und bequem das Land entdecken. Inlandsflüge braucht man kaum, es sei denn, man möchte beispielsweise das tropische Okinawa im Süden besuchen. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten kann man mit dem Zug oder auch dem Bus erreichen.

    Mit dem Japan Rail Pass ist das Zugfahren auch besonders günstig für Touristen, die diesen für 7, 14 oder 21 Tage reservieren können, und man nutzt zeitgleich eine der nachhaltigsten Transportarten, wenn es um längere Strecken geht. Vor Ort kann man die Umgebung am besten zu Fuß oder mit einem gemieteten Rad entdecken. So knüpft man schnell Kontakte und kann außerdem seine Reisetage optimal genießen.

    3. Raus aus den Städten

    Im Nationalpark nachhaltig unterwegs
    Im Nationalpark nachhaltig unterwegs (Foto: Pratik Bisht, Unsplash)

    Natürlich denkt man bei Japan zuerst auch an die vielen Metropolen des Landes: Tokyo, Kyoto, Osaka. Doch in Großstädten muss man auch immer mit Menschenmengen rechnen und lernt nur eine Seite Japans kennen. Das Land hat eine unglaubliche Vielfalt an Natur zu bieten und die vielen Nationalparks sind auf jeden Fall eine Reise wert. Somit lohnt sich ein Ausflug in die ländlichen Gegenden, bei denen man eine ganz andere Seite des Landes entdecken kann.

    Wenn man kleinere Ortschaften erkundet, lernt man auch die Regionen Japans kennen, die ein langsames Lebenstempo, günstigere Unterkünfte und Lebensmittel bieten. Zudem kommt man hier viel eher mit Einheimischen in Kontakt und unterstützt kleine lokale Kommunen. Dabei können diese wichtige japanischen Redewendungen schon ein ganzes Stück weiterhelfen.

    4. Im Ryokan übernachten

    Im Ryokan ist es sehr gemütlich
    Im Ryokan ist es sehr gemütlich (Foto: Michael Sum, Unsplash)

    Wenn man sich länger an einem Ort aufhält, ist es sinnvoll, in einem örtlichen traditionellen Gästehaus zu übernachten. Diese werden im Japanischen „Ryokan“ oder „Minshuku“ genannt. Oftmals sind sie seit Generationen familiengeführt und bieten ein echtes japanisches Erlebnis, nämlich das Schlafen auf dem Boden auf einem Futon.

    Gastfreundschaft und lokales Essen wird hier großgeschrieben, und so kommt man meist in den Genuss von hausgemachter Küche. Auch ein Erlebnis in heißen Onsen Quellen ist in vielen kleinen Orten möglich und lässt tief in die japanische Kultur eintauschen.

    5. Lokales Essen genießen

    Die japanische Küche hat viel zu bieten
    Die japanische Küche hat viel zu bieten (Foto: bady abbas, Unsplash)

    Wie im vorherigen Punkt schon erwähnt, bekommt man auf dem Land oftmals frische, lokale und saisonale Spezialitäten. Von der Farm auf dem Tisch ist ein Motto, das hier weit verbreitet ist. Indem man die Lieferwege kurz hält, reduziert man auch die Umweltbelastung und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Die japanische Küche hat so viel Abwechslung zu bieten, dass garantiert für jede*n etwas dabei ist.

    Traditionell isst man viel Gemüse und Fisch in Japan, während in moderneren Zeiten aber auch recht viel mit Fleisch angeboten wird. In den etwas abgelegeneren Gebieten tendiert man doch eher zu mehr Gemüse aus der Landwirtschaft, Wildgemüse und fermentierten Lebensmitteln. Mit Apps wie „Happy Cow“ findet man schnell vegane oder vegetarische Optionen, die die Umwelt weniger stark belasten und noch dazu sehr gesund sind.

    6. Von lokalen Künstlern Souvenirs kaufen

    Lokale Souvenirs
    Lokale Souvenirs (Foto: Susann Schuster, Unsplash)

    Japan bietet eine unglaubliche Vielfalt an lokalem Kunsthandwerk. Von den berühmten Daruma, die einen Wunsch erfüllen, bis zum Washi Papier, traditionellen Messern, wunderschöner Keramik, Lackkunst oder Stäbchen kann man eine riesige Auswahl an Souvenirs mit nach Hause nehmen. Die meisten dieser Kunstwerke werden lokal in Handarbeit erstellt und sind somit etwas ganz Besonderes.

    Der Kauf von traditionellem Kunsthandwerk vor Ort bietet eine großartige Möglichkeit, die lokalen Gemeinden zu unterstützen und diese traditionellen Praktiken näher kennenzulernen. Wer selbst tätig werden möchte, kann diese 10 traditionellen Aktivitäten in Japan entdecken und dabei ein eigenes Andenken herzustellen.

    7. Die Kultur kennenlernen

    Nachhaltig zu reisen, heißt auch, dass man die Kultur näher kennenlernt
    Nachhaltig zu reisen, heißt auch, dass man die Kultur näher kennenlernt (Foto: Nick Wood, Unsplash)

    Generell ist es immer gut und wichtig, sich mit dem eigenen Reiseziel vorab auseinanderzusetzen, um ein Gefühl für die Kultur und Gepflogenheiten zu bekommen. So findet man einen besseren Zugang zu den Einheimischen und hat eventuell mehr Verständnis und Respekt für die Kultur des Landes.

    Interessant ist zum Beispiel auch die Geschichte des Shintoismus, der großen Wert auf die Verehrung und Wertschätzung der Natur legt. Eine gute Vorbereitung bezüglich der Gepflogenheiten Japans hilft auch dabei, den Einwohner*innen mit Respekt zu begegnen.

    8. Mit einem lokalen Guide reisen

    Mit einem Guide lernt man viel dazu
    Mit einem Guide lernt man viel dazu (Foto: Benjamin Wong, Unsplash)

    Alleine Japan zu entdecken hat natürlich seinen Reiz und lässt vor allem sehr unabhängig reisen, doch mit einem einheimischen Guide lernt man zusätzlich eine ganz andere Sichtweise auf Japan kennen. Tiefergehend zu verstehen, was man sieht und erlebt, ist ein großer Vorteil und hilft beim Reisen auch dabei, besondere Erfahrungen zu machen und ein umfassenderes Verständnis für das Urlaubsland zu bekommen.

    So kann man auch Vorurteile schnell abbauen und nimmt auf lange Sicht viele neue Informationen mit nach Hause. Zudem unterstützt man so die lokale Wirtschaft und lernt Menschen kennen, die schon lange im Traumziel Japan wohnen und arbeiten.

    9. Apps nutzen

    Nachhaltigkeit, indem man Plastikflaschen minimiert
    Plastik minimieren schont die Umwelt. (Foto: Marvin Meyer, Unsplash)

    Wenn man nachhaltig in Japan reisen möchte, gibt es einige praktische Apps, die einem das Reiseerlebnis erleichtern. Eine davon ist die App MyMizu, die erste Wassernachfüll-App im Land der aufgehenden Sonne. So kann man ganz leicht sehen, wo Trinkbrunnen in der Nähe sind, und man findet umweltfreundliche Geschäfte, an denen man kostenlos Trinkwasser nachfüllen kann. Der Plastikverbrauch wird somit deutlich reduziert, was gerade in Japan ein wichtiger Faktor ist, da dort viele Einwegflaschen produziert werden, die die Umwelt stark belasten.

    Für Vegetarier*innen und Veganer*innen lohnt sich die App von HappyCow, wo man ganz einfach Restaurants in der eigenen Nähe suchen kann. Die Webseite von Ekolocal bietet zwar noch keine App, doch kann man hier Unternehmen mit folgenden Kriterien suchen: Shop-Typ (Farm, lokales Geschäft, Markt, Restaurant & Café, Supermarkt, Take-out) und Nachhaltigkeitskriterien (Fairtrade, Organisch, Pflanzlich, ohne Plastik, kein Müll).

    10. Tipps für den Alltag

    Tragetasche aus Stoff
    Nachhaltige Tragetasche aus Stoff (Foto: mohadese marvi, Unslash)

    Auch wenn man unterwegs ist, kann man nachhaltig sein. Ganz einfach ist es, wenn man auf Plastikbeutel verzichtet und stattdessen einen eigenen wiederverwendbaren Beutel benutzt. Auch auf das Benutzen von Einweg-Holzstäbchen kann man verzichten und stattdessen beispielsweise vor Ort Stäbchen als Souvenir kaufen und diese dann jeweils nutzen. So unterstützt man sogar das lokale Handwerk.

    Auch beim Verwenden der in Japan allgegenwärtigen Klimaanlagen kann man darauf achten, diese nur dann anzumachen, wenn es notwendig ist. Wenn man den Tag über unterwegs ist, sollte man die Klimaanlage in der Unterkunft beispielsweise ausmachen, falls dies nicht automatisch geschieht.

    Es ist nicht immer leicht, umweltbewusst und nachhaltig zu reisen, aber in Japan kann man oftmals schon mit einigen wenigen Dingen einen großen Unterschied machen. Das freut die Umwelt und die lokalen Gemeinden.

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