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    Welche Regeln zu beachten sind, wenn du Medikamente mit nach Japan bringst

    Medikamente nach Japan mitnehmen

    Niemand möchte gerne Medikamente nehmen, doch es kann immer mal brenzlich werden. Viele nehmen deshalb schon vorsorglich Medikamente aus ihrer Heimat mit auf die Reise, um schnell richtig reagieren zu können.

    Dabei sollten jedoch schon beim Packen die strengen Importregeln beachtet werden. Was darfst du nach Japan mitnehmen und was findet man im Notfall auch in Geschäften und Apotheken vor Ort? Da diese Frage viele Reisende interessiert, haben wir eine Liste an Regeln und Tipps für den Umgang mit Medikamenten in Japan für dich zusammengestellt.

    ACHTUNG: Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind nur Hilfestellungen und keine rechtliche Beratung. Zudem können sich die Angaben durch neue gesetzliche Regelungen der japanischen Regierung jederzeit ändern, weshalb wir empfehlen, dass du dich beim japanischen Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales schlau machst. Auch andere offizielle Institutionen bieten viele Informationen (z.B. die Abteilung für Betäubungsmittelkontrolle), um über die aktuelle Situation aufgeklärt zu sein.

    Frei verkäufliche Medikamente

    Was ist verboten?

    Während viele Arzneimittel in westlichen Ländern ohne eine Verschreibung zugänglich sind, ist Japan bei einigen Inhaltsstoffen sehr viel strenger. So ist in Japan jede Medizin mit den folgenden Wirkstoffen verboten:

    • Pseudoephedrin (dies beinhaltet auch viele gängige Erkältungs- und Grippemedikamente, falls mehr als 10 % des Wirkstoffes vorhanden sind)
    • Codein

    Sowohl die betroffenen Wirkstoffe als auch die erlaubten Grenzwerte können sich dabei ändern, daher empfehlen wir, vor einer Reise das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales zu konsultieren, wenn es zu Unsicherheiten kommen sollte. Lieber man fragt hier gezielt noch einmal nach, als dass es nachher Probleme gibt.

    Was ist erlaubt?

    Reisende dürfen einen 2-Monats-Vorrat (60 Tage) jedes nicht verbotenen, frei verkäuflichen Arzneimittels mit nach Japan bringen. Dies gilt ebenso für den gleichen Umfang an Vitaminen und auch Kontaktlinsen fallen unter diese Kategorie. Für einen normalen Japanurlaub sollte also alles in Ordnung sein und man kann guten Gewissens seine Reiseapotheke packen.

    Für größere Mengen benötigst du ein Yakkan Shomei (薬監証明), ein spezielles Dokument, für die Einfuhr von Medikamenten. Weitere Informationen diesbezüglich findest du etwas weiter unten in diesem Artikel.

    Medikamente in Japan
    Manchmal geht es leider nicht ganz ohne Medikamente (Foto: Myriam Zilles, Unsplash)

    Verschreibungspflichtige Medikamente

    Was darf ich mit nach Japan bringen?

    Grundsätzlich ist es Reisenden erlaubt, verschreibungspflichtige Medikamente ohne eine besondere Angabe oder Kennzeichnung mit nach Japan zu bringen, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen:

    1. Sie sind nur für den eigenen Privatgebrauch bestimmt.
    2. Bei der Medizin handelt es sich nicht um eine verbotene oder speziellen Kontrollen unterliegende Substanz.
    3. Die Menge entspricht einem Anwendungszeitraum von einem Monat.

    Was ist ausnahmslos verboten?

    Opium, Cannabis und stimulierende Drogen (Amphetamine, Methamphetamine), darunter auch einige Medikamente zur Behandlung von ADHS, sind streng verboten und die Einfuhr nach Japan ist illegal. Harte Drogen wie Heroin oder Kokain sind in Japan selbstverständlich ebenfalls streng verboten.

    ACHTUNG: Achte insbesondere bei Inhalationsgeräten und Allergie-Medikamenten auf die Inhaltsstoffe, da einige von ihnen Stimulanzien enthalten können und daher verboten sind.

    Generell solltest du bei der Mitnahme von Arzneimitteln, sowohl von verschreibungspflichtigen als auch von frei verkäuflichen, immer die Inhaltsstoffe überprüfen, bevor du sie mit auf deine Reise nimmst, um Überraschungen zu umgehen und ganz entspannt deinen Urlaub genießen zu können.

    Beinhaltet deine Verschreibung Betäubungsmittel?

    Wenn deine verschriebenen Medikamente Betäubungsmittel enthalten (Morphium, Codein, Oxycodon, usw.), musst du vor der Einreise bei einer der acht zuständigen Behörden, den sogenannten regionalen Ämtern für Gesundheit und Soziales („Regional Bureaus of Health and Welfare“), eine Einfuhrerlaubnis einholen. Dazu müssen ein Antrag zur Einfuhr sowie unterstützende Belege eingereicht werden, damit alles problemlos seinen Gang gehen kann.

    Beinhaltet deine Verschreibung Psychopharmaka?

    Die erlaubte Dosis hängt vom jeweiligen Medikament und dessen Inhaltsstoffen ab. Für Valium ist beispielsweise dann kein Yakkan Shomei Dokument notwendig, wenn die Menge unter 1,2 Gramm liegt.

    Eine genaue Liste findest du auf der Webseite der japanischen Drogenaufsichtsbehörde. Hier kannst du dir einen Überblick verschaffen, welches Medikament in welche Kategorie fällt und welche Menge jeweils erlaubt ist.

    Was muss ich beachten, wenn ich erlaubte Medikamente mit nach Japan nehme?

    Eine Kopie der Verschreibung und eine ärztliche Erklärung sollten den Arzneimitteln beiliegen, die du nach Japan mitbringen möchtest. Die Medizin sollte außerdem in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Wenn du diese in unbeschriftete Behälter abfüllst oder in die Verpackungen anderer Medikamente umverpackst, kann es letztendlich schwer werden, nachzuweisen, was du da genau mit dir führst.

    Muss ich ein Yakkan Shomei Zertifikat beantragen?

    Du musst dann ein Yakkan Shomei, ein spezielles Zertifikat für die Einfuhr, beantragen, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind:

    1. Du benötigst eine größere Menge an verschreibungspflichtigen Medikamenten als die erlaubte Menge von einem 1-Monats-Vorrat.
    2. Du benötigst eine größere Menge an nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten als die erlaubte Menge von einem 2-Monats-Vorrat.
    3. Du benötigst Spritzen oder eine Anzahl an medizinischen Geräten, die die erlaubte Obergrenze überschreiten.

    In diesen Fällen muss im Voraus ein Yakkan Shomei Zertifikat ausgestellt werden. Dieses muss dann bei der Zollkontrolle während der Einreise vorgelegt werden. Aktuelle Informationen dazu, in welchen Fällen dieses Zertifikat benötigt wird sowie genaue Hinweise zum Antrag und zur Ausstellung findest du auf der Webseite des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales.

    Beachte dabei unbedingt, dass du das Zertifikat vor Antritt der Reise benötigst und die Bearbeitung bis zu drei Wochen dauern kann. Kümmere dich also rechtzeitig darum, bevor es nachher zu stressig wird.

    Bedenke auch, dass ausländische Verschreibungen in Japan keine Gültigkeit haben. Falls du also Medikamente in einem Umfang benötigst, der größer ist als das, was du mit ins Land bringen darfst (selbst mit einem Yakkan Shomei Zertifikat), wirst du in Japan einen Arzt aufsuchen müssen. In diesem Fall solltest du vorher mit dem Arzt in deinem Heimatland sprechen, um mögliche Risiken abzuklären und alle Eventualitäten genau abzusprechen.

    Zusammenfassung: Wie viele Medikamente kann ich mit nach Japan nehmen?

    Die nachfolgende Tabelle fasst noch einmal übersichtlich zusammen, was ohne vorherige Genehmigung (siehe Yakkan Shomei Zertifikat weiter oben) mit nach Japan gebracht werden darf. Beachte dabei aber auch die zuvor genannten Regelungen bezüglich verbotener Substanzen, die hier natürlich auch Anwendung finden:

    ArtMenge
    Verschreibungspflichtig1-Monats-Vorrat oder weniger
    Frei verkäuflich2-Monats-Vorrat oder weniger
    Vitamine2-Monats-Vorrat oder weniger
    Kosmetika24 Stück oder weniger pro Produkt (zur äußeren Anwendung)
    Medizinische Geräte z.B. Inhalator1 pro Person

    In Japan verfügbare Medikamente

    Wo kann ich in Japan frei verkäufliche Arzneimittel kaufen?

    In Japan gibt es in den meisten Städten viele gut sortierte Apotheken und Drogerien. Hat man also nur leichte Beschwerden (Husten, Halsschmerzen, etc.) und hat ein Rezept, wird man hier schnell fündig. Leichte Medikamente kann man jedoch auch ganz einfach in der Drogerie kaufen, was insbesondere als Urlauber um einiges einfacher ist. In Japan kann man in Apotheken nämlich ohne Rezept nicht einfach etwas abholen.

    Generell sollte man wissen, dass sich Hersteller und Inhaltsstoffe mitunter unterscheiden, doch es gibt viele geeignete Alternativen.

    Medikamente in Japan Drogerie
    In den Drogerien bekommt man zahlreiche rezeptfreie Medikamente (Foto: Bantersnaps, Unsplash)

    Bekannte Drogerien in Japan

    In Drogerien kann man auch ganz einfach z.B. Kopfschmerztabletten kaufen, ohne Rezept. Auch wenn die Medikamente anders aussehen als Zuhause, findet man oft Bilder auf den Verpackungen, die einem aufzeigen, wofür das Medikament genau verwendet wird.

    OakhouseWelcia

    Drogeriekette in der Kanto und Kansai Region

    Fresh RoomMatsumoto Kiyoshi

    Landesweite Drogeriekette mit Schwerpunkt in der Kanto Region

    Tsuruha DrugTsuruha Drug

    Landesweite Drogeriekette

    Daikoku DrugDaikoku Drug

    Landesweite Drogeriekette mit Schwerpunkt um Kansai/Osaka

    Sun DrugSun Drug

    Landesweite Drogeriekette

    Wie erhalte ich verschreibungspflichtige Medikamente in Japan?

    Wenn du eine bestimmte Verschreibung benötigst, stellen die Webseiten der verschiedenen Botschaften Information zu Ärzten zur Verfügung:

    Oft hilft auch ein Anruf bei einem englisch- oder deutschsprachigen Arzt in Japan vor Antritt der Reise, um wichtige Punkte bezüglich der benötigten Medikamente und fraglicher Inhaltsstoffe abzuklären und mögliche Probleme bei der Einreise zu vermeiden. Danach kann man dann auch ganz entspannt die Urlaubszeit genießen.

    Bedenke bitte auch, dass du dich auch versicherungstechnisch genügend absicherst in Japan. Hier findest du viele Tipps und Informationen zu diesem wichtigen Thema.

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