Der Yen, Geldautomaten, Geldwechseln und Regeln

    Geld in Japan

    Ohne Geld geht es nicht. Sogar eine Reise zu den aufregendsten Orten kann zu einem totalen Reinfall werden, wenn man sich nicht mit der finanziellen Situation im Reiseland auskennt.

    Dieser Ratgeber zum japanischen Yen soll dir dabei helfen, die vielen Annehmlichkeiten des Landes wie Restaurants, Shopping und Freizeitaktivitäten zu genießen und dein Geld während der Reise sinnvoll zu verwalten.

    Der Yen

    Die offizielle japanische Währung ist der Yen. Dieser wird „En“ ausgesprochen und wird mit dem Symbol ¥ gekennzeichnet. Im japanischen Alltag wird meist das Schriftzeichen 円 verwendet. Die Mehrwertsteuer beträgt in Japan aktuell zehn Prozent. Den japanischen Yen gibt es in 10 Stückelungen, sechs Münzen mit den Nennwerten 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Yen, sowie 4 Banknoten mit den Nennwerten 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 Yen. Eine 2.000 Yen Note erhält man jedoch sehr selten und selbst Japaner sind überrascht, wenn sie diese sehen. Meist wird diese Banknote im Ausland an Touristen vergeben, im Inland begegnet man ihr jedoch kaum.

    Eine interessante Tatsache ist, dass „En“ auch „Kreis“ auf Japanisch bedeutet. Daher wurde der Wechselkurs anfänglich bei 360 Yen für einen US Dollar festgesetzt.

    Zahlungsmöglichkeiten

    In Japan kann man mit Bargeld bezahlen, mit Kreditkarte oder IC-Karte. Hier erhälst du ein paar mehr Informationen zur jeweiligen Zahlungsmöglichkeit:

    Bargeld

    Trotz der wachsenden Akzeptanz von Kreditkarten und Debitkarten ist Japan noch immer eine Gesellschaft, die vor allem auf Bargeld setzt. Insbesondere in den ländlichen Gegenden ist dies weit verbreitet. Auch die gängigen Tickets für Zug, U-Bahn und Bus können nur mit Bargeld bezahlt werden, außer du benutzt eine wiederverwendbare IC Karte, die aber ebenfalls nur mit Bargeld aufgeladen werden kann.

    Es ist immer gut, einige Münzen und Scheine mit kleineren Werten im Geldbeutel zu haben, denn viele Ticket- und Getränkeautomaten nehmen keine größeren Beträge an (insbesondere keine 5.000 und 10.000 Yen-Scheine). Auch wenn man etwas mehr Bargeld mit sich führt, muss man keine Angst haben, denn Japan hat eine der geringsten Kriminalitätsraten weltweit. Eine gewisse Vorsicht ist natürlich immer ratsam, aber die Wahrscheinlichkeit, Geld einfach zu verlieren oder irgendwo liegenzulassen ist vermutlich höher, als dass es gestohlen wird.

    Kredit-/Debitkarten

    Obwohl Japan noch immer eine bargeldorientierte Gesellschaft ist, werden Kredit- und Debitkarten immer häufiger akzeptiert, gerade in den größeren Städten. Doch auch wenn du eine Kreditkarte besitzt, solltest du zusätzlich Bargeld bei dir haben. Viele kleine Restaurants und Läden akzeptieren immer noch keine Kartenzahlung.

    Viele Kreditkartenunternehmen verlangen eine Gebühr für ausländische Karten (normalerweise ein bis drei Prozent). Die Karten mit der größten Akzeptanz sind MasterCard, Visa und JCB. American Express und Diner‘s Club werden seltener angenommen.

    IC Karten

    IC Karten, wie Suica und PASMO, sind in Japan immer beliebter geworden, besonders in den städtischen Gebieten. Mehr Informationen zu diesem Thema findest du in unserem Artikel zu Bus und Bahn in Japan.

    Die IC Karten werden hauptsächlich benutzt, um für den Zug oder Busse zu bezahlen, können aber zusätzlich bei vielen anderen Gelegenheiten eingesetzt werden, insbesondere bei Geschäften in oder nahe der Bahnhofsgebäude.

    Kreditkarte
    Die Japaner bezahlen sehr gerne mit Karten (Foto: CardMapr.nl, Unsplash)

    So erhältst du Yen

    Wie kommst du nun aber an Yen, wenn du reist? Am einfachsten, du nutzt Geldautomaten, wechselst dein Geld oder benutzt Reisechecks:

    Geldautomaten

    Die beste Möglichkeit, um an Yen zu gelangen, ist, wenn du das Geld bei den Geldautomaten der Japan Post oder beim 7-Eleven abhebst. Die Geldautomaten der Japan Post sind landesweit an über 26.000 Standorten zu finden. Erkennbar sind sie an dem „JP“-Logo. In jedem Postamt gibt es mindesten einen, und sie sind auch in einigen Einkaufszentren und Supermärkten vertreten.

    Die Öffnungszeiten hängen dabei vom Standort ab: große Postämter in den Metropolen haben meist länger offen als kleine in ländlichen Gegenden. Die Automaten bieten auch Englisch als Sprache an.

    7-Eleven (Seven Bank) betreibt in den 7-Eleven Convenience Stores über 20.000 Geldautomaten in ganz Japan. Sie haben durchgängig geöffnet und bieten viele Sprachen an, darunter Japanisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Portugiesisch.

    Die meisten anderen Geldautomaten akzeptieren keine ausländischen Karten. Die einzige japanische Bank, die ausländische Transaktionen unterstützt, ist die Citibank. Allerdings gibt es davon nur sehr wenige Geldautomaten. Außerdem verlangen die meisten eine zusätzliche Gebühr für eine Abhebungen außerhalb der Kernzeiten (üblicherweise zwischen 9 und 17 Uhr unter der Woche).

    Geld wechseln

    Um ein Gefühl für den aktuellen Wechselkurs zu bekommen, kannst du gängige Währungsrechner wie zum Beispiel den XE Currency Converter benutzen. Alle Läden mit dem Schild „Authorized Foreign Exchange“ können Geld wechseln. Darunter sind auch Banken und Wechselstuben (wie Travelex), die oft in Flughäfen und großen Städten zu finden sind.

    Banken haben üblicherweise an Werktagen zwischen 9 und 15 Uhr geöffnet. Hotels und große Einkaufszentren können ebenfalls Geldwechsel anbieten, allerdings oft mit Zusatzgebühren und zu weniger guten Konditionen.

    Auch wenn es immer von der Währung abhängt, empfiehlt es sich meistens, Yen in Japan zu tauschen anstatt in deinem Heimatland, weil dort die verlangte Gebühr und der Wechselkurs oft besser sind.

    Reisechecks

    Nachdem es nur eine gewisse Anzahl an Geldautomaten gibt, die ausländische Karten akzeptieren, sind Reisechecks in Japan praktischer als man vielleicht denkt. Diese bieten in der Regel bessere Kurse als Wechselstuben oder Geldautomaten und werden von den wichtigen Banken, Hotels, Ryokan und Geschäften in großen Städten akzeptiert. Ansonsten werden sie aber nur selten angenommen. Checks von ausländischen Banken empfehlen sich in Japan eher weniger. Viele Geschäfte verlangen dafür Extragebühren oder nehmen sie überhaupt nicht an.

    Verhaltensregen & wichtige Hinweise

    Eine der wichtigsten Regeln im Umgang mit Geld in Japan ist, dass man kein Trinkgeld gibt. Wenn du in einem Restaurant oder einem Taxi Trinkgeld zurücklässt, werden die Mitarbeiter denken, dass du es vergessen hast, und dir sehr wahrscheinlich nachlaufen, um es zurückzugeben. Falls du trotzdem etwas geben möchtest, z.B. für ein Zimmermädchen oder einen Reiseguide, dann packe das Geld am besten in einen Umschlag und überreiche ihn persönlich.

    In den meisten Restaurants, Geschäften und sogar Taxis gibt es eine Art kleines Tablett, welches nur für Geld verwendet wird. Lege das Geld beim Bezahlen darauf, anstatt es direkt dem Kassierer zu geben. Um Falschgeld musst du dir so gut wie keine Gedanken machen, da dies in Japan praktisch nicht vorkommt.

    Stückelung

    Hier findest du detaillierte Informationen zu den japanischen Yen Münzen und Scheinen:

    Yen Geld
    Japanische Münzen (im Uhrzeigersinn von oben links): 1 Yen, 5 Yen, 10 Yen, 500 Yen, 100 Yen, 50 Yen (Foto: Wikimedia Commons)

    Münzen

    • 1 Yen (Ichi-En): Helle Silbermünze mit glatten Kanten. Die kleinste und leichteste der 6 Münzen, bestehend aus 100% Aluminium. Wiegt genau 1 Gramm. Die einzige japanische Münze, die auf dem Wasser schwimmen kann. Die Vorderseite zeigt einen jungen Baum, der das gesunde Wachstum in Japan symbolisieren soll.
    • 5 Yen (Go-En): Goldene Farbe, glatte Kanten und mit einem Loch in der Mitte. Die Vorderseite zeigt einen Reishalm, ein Zahnrad und das Meer, die jeweils Japans Landwirtschaft, Industrie und Fischerei symbolisieren. Der Rückseite zeigt zwei Baum-Sprösslinge, die Japans Forstwirtschaft und Demokratie symbolisieren. Die einzige Münze, auf der ihr Wert nicht numerisch dargestellt ist.
    • 10 Jen (Jyuu-En): Bronzefarben (besteht aus 95% Kupfer) mit glatten Kanten. Auf der Vorderseite befindet sich die Byodo-in Phoenix Halle, auf der Rückseite ein immergrüner Baum. 10-Yen-Münzen mit geriffelten Kanten (Giza-Jyuu genannt) sind selten und beliebte Sammlerstücke, weil sie nur 7 Jahre lang geprägt wurden (1951-58).
    • 50 Yen (Gojyuu-En): Silberfarben, geriffelte Kanten und mit einem Loch in der Mitte. Drei Chrysanthemen werden auf der Vorderseite dargestellt.
    • 100 Yen (Hyaku-En): Silberfarben mit geriffelten Kanten. Die Vorderseite zeigt Kirschblüten. Es gibt einige limitierte Ausgaben der 100-Yen-Münzen mit speziellen Designs, um bestimmte Ereignisse zu feiern (wie beispielsweise eine Serie zum 50-Jährigen Jubiläum des Shinkansen aus dem Jahr 2015 und 2016).
    • 500 Yen (Gohyaku-En): Helle Goldfarbe, geriffelte Kanten. Die größte und schwerste der sechs Münzen, wiegt 7 Gramm. Die Vorderseite zeigt einen Blauglockenbaum, die Rückseite Bambus und Tachibana Blätter. Wenn du die Münze schräg hältst, kannst du das Wort „500円“ als Hologramm in den Nullen auf der Rückseite sehen. Eine limitierte Anzahl der alten 500-Yen-Münzen mit einem etwas anderen Design (geprägt bis zum Jahr 2000) ist noch im Umlauf. Zur Erinnerung an besondere Ereignisse wird immer wieder eine limitierte Anzahl an Sonderausgaben geprägt.
    Yen Banknoten Geld
    Japanische Banknoten (見本 bedeutet „Muster“) (Foto: Wikimedia Commons)

    Banknoten

    • 1.000 Yen (Sen-En): Das Motiv ist in blauer Farbe gedruckt. Die Vorderseite der aktuellen Banknote zeigt ein Portrait von Hideyo Noguchi, ein Bakteriologe, der für seine bahnbrechende Forschung im Gebiet von Syphilis und Gelbfieber bekannt ist. Die Rückseite zeigt den Berg Fuji und den See Motosu, eingerahmt von Kirschblüten.
    • 2.000 Yen (Nisen-En): Das Motiv ist in grüner Farbe gedruckt. Die Banknote wurde im Jahr 2000 ausgegeben, um das neue Millennium und den 26. G8-Gipfel auf Okinawa zu feiern. Die Vorderseite zeigt das Shurei-mon, eines der Haupttore der Burg Shuri-jyo auf Okinawa. Die Rückseite zeigt eine Szene aus der „Geschichte vom Prinzen Genji“ und ein Portrait des Autors, Murasaki Shikibu. Durch die limitierte Anzahl sind diese Scheine in Japan eher eine Seltenheit.
    • 5.000 Yen (Gosen-En): Das Motiv ist in violetter Farbe gedruckt. Die Vorderseite zeigt Ichiyo Higuchi, die erste berühmte japanische Autorin. Die Rückseite zeigt das „Kakitsubata-zu“, ein Schwertlilien-Gemälde von Ogata Korin.
    • 10.000 Yen (Ichiman-En): Das Motiv ist in brauner Farbe gedruckt. Die Vorderseite zeigt ein Portrait von Fukuzawa Yukichi, dem Gründer der Keio Universität. Die Rückseite zeigt die Phönixstatue des Byodo-in Tempels.

    Im Jahr 2024 soll es im Übrigen neue Banknoten geben für 1.000 Yen, 5.000 Yen und 10.000 Yen. Diese werden neue Symbole und Persönlichkeiten und selbstverständlich auch neue Sicherheitsmerkmale mit sich bringen.

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