Die Golden Week

Die Woche vom 29. April bis zum 5. Mai ist die wohl bekannteste Ferienwoche in Japan. Sie besteht aus einer Anreihung von Feiertagen. Lernen Sie die Bedeutung dieser Tage und die damit verbundenen Traditionen kennen.

Warum wird diese Woche Golden Week genannt?

Der Name wurde im Jahr 1951 von der Filmindustrie in Japan genutzt, da die im Jahr 1948 ins Leben gerufene Ferienwoche die mit Abstand Einnahme stärkste Woche wurde. Der Name ist eine Abwandlung des Japanisch-Englischen Ausdruck „Golden Time“, was etwa dem Deutschen Begriff „Hauptsendezeit“ entspricht, der Zeit, in der die meisten Zuschauer einschalten. Auch heute ist die Golden Week noch immer die Hauptreisezeit für Einheimische und eine der Umsatz reichsten Perioden für Teile der japanischen Wirtschaft.

Asakusa ist ein beliebtes Ziel in der Golden Week (Foto von Guillermo Pérez on Unsplash)
Asakusa ist ein beliebtes Ziel in der Golden Week (Foto von Guillermo Pérez on Unsplash)

Der 29. April – Showa Tag

Der Showa Tag ist, wie der Name schon sagt, dem ehemaligen Kaiser Showa und der gleichnamigen kaiserlichen Epoche, der Showa-Zeit gewidmet. Ursprünglich war dieser Tag den Feierlichkeiten zum Geburtstag des Showa Kaisers gewidmet, doch im Jahr 1989, nach dem Tod von seiner Hoheit Kaiser Hirohito, wurde der Tag in „Tag des Grüns“ umbenannt, da der Geburtstag des neuen Kaisers auf einen anderen Tag fiel.

Im Jahr 2007 wurde der Tag des Grüns offiziell auf den 4. Mai verschoben und der 29. April zum Gedenktag an die Showa-Zeit erklärt. Die Showa-Zeit oder Showa-Periode in Japan ist eine der geschichtlich signifikantesten, da in Ihr wichtige, sowie kontroverse Ereignisse stattfanden wie z.B. der 2. Weltkrieg mit den 2 Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki, sowie Japans wirtschaftlichen Aufstieg als auch dem Platzen der „Blase“, welches daraufhin folgte.

Der 3. Mai – Verfassungsgedenktag

Der Verfassungsgedenktag knüpft an den Showa Tag an, indem er an die pazifistische Verfassung Japans erinnern soll, welche nach dem 2. Weltkrieg in Kraft trat.

Zwar gibt es offiziell keine Bräuche oder Traditionen für diesen Tag, aber viele nutzen diesen Tag, um z.B. in Hiroshima die Gedenkstätten für die Opfer der Atombomben zu besuchen und ihre Wünsche nach Frieden zu äußern.

Der 4. Mai – Tag des Grüns

Dieser Feiertag war ehemals der Geburtstag des Kaisers Showa. In Japan ist es seit jeher Tradition, den Geburtstag des Kaisers zu feiern. Nach Ableben des Kaisers wurde dieser Tag umbenannt und dann auf zeitlich verschoben, aber als Feiertag beibehalten. Der Name Tag des Grüns sollte an die Naturverbundenheit des Kaisers Showa erinnern.

Machen Sie am Tag des Grüns einen Ausflug ins Grüne (Foto von Susann Schuster on Unsplash)
Machen Sie am Tag des Grüns einen Ausflug ins Grüne (Foto von Susann Schuster on Unsplash)

Auch die Geburtstage anderer Kaiser wurden über die Jahre hinweg umbenannt, wie z.B. der Geburtstag des Kaisers Meiji, welcher am 3. November gefeiert wurde und heute als „Tag der Kultur“ im Kalender zu finden ist.

Der 5. Mai – Tag der Kinder

Während man in der Golden Week viele japanische Flaggen an Mästen als Dekoration sieht, da sich die Feiertage auf die Geschichte des Landes beziehen, sind die Dekorationen für den Tag der Kinder anders und speziell.

Neben den Fahnen kann man dann mehrere Fische im Wind wehen sehen, die sogenannten „Koi Nobori“ oder Karpfen-Fahnen. Diese kommen heute in allen möglichen Größen und Farben. Traditionell hängen Familien jedoch einen großen schwarzen Koi Nobori für den Vater, einen etwas kleineren roten für die Mutter und dann einen noch kleineren für jeden Sohn der Familie an eine Fahnenstange – ehemals aus Bambus, heutzutage aus Holz oder Metall.

Bis zum Jahr 1948 war der Tag eigentlich das „Knabenfest“, so sind die meisten Bräuche auf Söhne der Familie bezogen. Als Pendant zum „Mädchenfest“ (Hina Matsuri), welches am 3. März gefeiert wird.

Neben den Koi Nobori sieht man in vielen Häusern an diesem Tag eine Figur von „Kintaro“ einem legendären japanischen Helden und Krieger, welcher für seine Stärke als Kind bekannt war, sowie einen traditionellen japanischen Samurai Helm („Kabuto“).

Fahnen und Karpfen - welche für Durchhaltevermögen stehen - werden als Dekoration aufgehängt (Foto von YUNAN WANG on Unsplash)
Fahnen und Karpfen – welche für Durchhaltevermögen stehen – werden als Dekoration aufgehängt (Foto von YUNAN WANG on Unsplash)

Viele dieser Kabuto Helme werden vor der Golden Week in Kaufhäusern zum Verkauf oder Verleih angeboten. Besonders traditionsreiche Hauser wie Takashimaya und Isetan stellen viele in sorgfältiger und detaillierter Handarbeit gefertigte Helme aus.

Neben den Dekorationen werden rund um den Tag der Kinder Kashiwa Mochi sowie Chimaki verkauft, welche an diesem Tag gegessen werden. Kashiwa Mochi sind Reiskuchen, welche mit einem essbaren Eichenblatt umhüllt sind. Chimaki sind herzhafte Klebreis „Taschen“.

 

Es wird oft empfohlen, Japan nicht während der Golden Week zu besuchen, da die Japaner selbst in dieser Zeit viel reisen und es so an den beliebten Orten sehr voll und auch sehr teuer werden kann, da Unterkünfte und Aktivitäten schnell ausgebucht oder nicht verfügbar sind.

Auch wir würden Ihnen raten, am Anfang der Golden Week abzureisen oder erst am Ende der Golden Week anzureisen. Falls Sie Fragen zu Ihren Reisedaten oder zu Einschränkungen während der Golden Week haben, melden Sie sich gerne bei uns. Wir helfen Ihnen gerne.

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