Nur von alten Öllampen beleuchtet

    Ryokan Lamp no Yado

    Der traditionelle Ryokan Lamp no Yado liegt ganz versteckt in einem Tal der Präfektur Aomori und besticht durch hunderte Öllampen.

    Umgeben von dichtem Wald und entlang eines Baches in der Nähe eines Wasserfalls gebaut, wird dich dieser Ort um hundert Jahre zurückversetzen. Insbesondere wenn man zur Winterzeit hier ist, erlebt man die wahre Magie von Aoni Onsen.

    Was macht diesen Ryokan so besonders?

    Aoni Onsen ist wirklich außergewöhnlich. Was die Gegend so einzigartig macht, ist das völlige Fehlen von Elektrizität, Netzsteckern und Wi-Fi. Elektrizität wird nur zum Kochen und für die Notausgangssignale genutzt. Tagsüber ist die einzige Lichtquelle die Sonne. Nach Einbruch der Dunkelheit überfluten mehr als hundert alte Öllampen jede Ecke mit einem warmen und weichen Licht. Die Schatten werden tiefer und alles wird ruhiger.

    Die Atmosphäre ist unglaublich entspannend, und der ganze Ort scheint in der Vergangenheit zu verweilen. Die Seitenstraße, die zum einzigen Ryokan hier führt, dem Lamp no Yado, ist steil, schmal und ab einem bestimmten Punkt nicht mehr asphaltiert. Im Winter ist es wegen des starken Schneefalls nur mit einem privaten Shuttle möglich, den Ryokan zu erreichen.

    Ryokan Aomori Aoni Onsen
    Die Eingangshalle (Foto: Sandro Bernardinello)

    Gemütlichkeit im Innern

    Wenn man das Hauptgebäude betritt, findet man sich in einer breiten Halle wieder. Fünf Öllampen erhellen die dunkle Holzdecke und unzählige Gegenstände und Gemälde schmücken die Wände. Ein langer Korridor führt zur Treppe hinauf. Dort befinden sich die Zimmer. Der Holzboden knarrt unter den eigenen Schritten, und wenn man die Tür aufschiebt, erwartet einen ein traditionelles Tatami-Zimmer mit Futons.

    Das breite Fenster lässt grünes Licht aus dem Wald herein, um den Ort zu erhellen. Gleichzeitig erleuchtet eine Öllampe mit ihrer warmen flackernden Flamme den Raum. Auf einem traditionellen japanischen Tisch (Kotatsu 炬燵) findest du die üblichen Tassen für grünen Tee, einen frisch duftenden Yukata und zwei Handtücher. Das einzige hörbare Geräusch ist das Rauschen des Wassers im nahe gelegenen Fluss.

    Ryokan Aomori Aoni Onsen
    Grüner Tee zur Begrüßung (Foto: Sandro Bernardinello)

    Zeit zur Entspannung

    Jede respektable traditionelle japanische Unterkunft verfügt über Bäder, in denen du deinen Körper und deinen Geist entspannen kannst. Aoni Onsen bietet gleich vier verschiedene Bäder. Dies ist also der ideale Ort für Liebhaber von heißen Quellen:

    • Kenroku no yu: Aus Zypressenholz gebaut (Hiba ひば), wird es von zwei Lampen beleuchtet und der Geruch von Holz erfüllt die Luft. Die weiten Fenster öffnen sich zum Wald und zum Fluss hin und lassen den frischen Wind hineinströmen.
    • Rotenburo: Wörtlich „Freiluftbad“, es ist aus dunklen Felsen gebaut, die im Sonnenlicht in einem blau-violetten Farbton erstrahlen. Neben dem Hauptbad gibt es noch zwei weitere kleinere Bäder. Dieses Bad ist gemischt, sodass du einen Badeanzug tragen musst. Tagsüber sind zwei Zeitfenster nur für Frauen reserviert.
    • Uchi no yu: Dieses Hallenbad befindet sich im Hauptgebäude. Es ist das kleinste der vier, aber der Geruch von Zypressenholz ist hier besonders intensiv.
    • Takimi no yu: Dieses Bad befindet sich in einem separaten Gebäude und besteht sowohl aus Steinen als auch aus Holz. Tagsüber kannst du den Blick auf einen 30 Meter hohen Wasserfall am nahe gelegenen Berghang genießen. Es gibt auch ein kleines Freibad im Hinterhof.
    Ryokan Aomori Aoni Onsen
    Das Außenbad mit Blick auf den Wasserfall (Foto: Sandro Bernardinello)

    Am besten, du probierst alle einmal aus. Der beste Zeitpunkt ist zur Abenddämmerung. Zu dieser Zeit ist das Außenlicht nicht stark genug, um die Innenräume zu erhellen, aber du kannst trotzdem den Blick auf den schönen Wald genießen. In der Zwischenzeit durchflutet das warme Licht der Lampen das Umfeld.

    Leckeres Essen

    Um deinen Aufenthalt perfekt abzurunden, gehört auch leckeres Essen und das hier servierte Abendessen ist wahrlich köstlich. Wie zu erwarten ist das Essen nach traditioneller japanischer Art hergestellt. Es gibt eine Miso-Suppe, Fisch, einen Eintopf aus Gemüse und Fleisch und einige kleinere Beilagen. Der Speisesaal wird von einer Reihe von Lampen beleuchtet und bietet die gleiche magische, für den Ort typische Atmosphäre.

    Ryokan Aomori Aoni Onsen
    Eine köstliche Mahlzeit (Foto: Sandro Bernardinello)

    Außerdem essen hier alle gemeinsam. Alle Gäste sitzen an langen Tischen nebeneinander. Dies gibt dir die Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, da die Mehrheit der Ryokan-Gäste Japaner sind. Diese besondere Stimmung gemeinsam zu genießen, ist noch einmal um Einiges schöner, als sie nur alleine zu erleben.

    Ryokan Aomori Aoni Onsen
    Der Speisesaal (Foto: Sandro Bernardinello)

    Bevor du in dein Zimmer zurückkehrst, solltest du dir die Zeit für einen langen Spaziergang nehmen. Die abgelegene Lage des Ryokans, weit weg von jeglicher Lichtverschmutzung, macht die Nacht dunkler und der Sternenhimmel ist absolut erstaunlich.

    Da die Bäder 24 Stunden geöffnet sind, solltest du außerdem nicht die Gelegenheit verpassen, ein „privates“ Bad zu nehmen. Das Rauschen des Flusses, die Öllampen und der Zypressen-Geruch in der Luft bieten ein Erlebnis, das du nicht so leicht vergessen wirst.

    Wenn man kein Auto hat, ist es ziemlich schwierig, den Ryokan Lamp no Yado zu erreichen. Nimm vom Bahnhof Hirosaki einen Zug nach Kuroishi (Konan-Linie). Hier musst du einen Bus nach Nijinoko nehmen und schließlich den privaten Shuttlebus nehmen, der dich zum Ryokan fährt.

    Wenn du sicher sein willst, ein Zimmer im Ryokan zu bekommen, buche unbedingt mehrere Wochen im Voraus. Insbesondere zur Winterzeit sind die Zimmer schnell ausgebucht, da jeder die Onsen-Bäder im Schneetrubel erleben will. Die Top 10 Sehenswürdigkeiten in Aomori solltest du dir auch unbedingt anschauen, wenn du dort bist.

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