HomeJapan erlebenNaturUme: die japanische Pflaume

    Die kleine Schwester der japanischen Kirschblüte

    Ume: die japanische Pflaume

    Die japanische Pflaume stammt ursprünglich aus China und spielt seit vielen Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der japanischen Kultur. Die Bäume stehen am Anfang des Jahres in voller Blüte und leiten so den Frühling ein.

    Die Ume (jap.: 梅, japanische Pflaume, manchmal auch als japanische Aprikose bezeichnet) ist zwar nicht ganz so populär wie die japanische Kirschblüte, aber mindestens genauso schön. Sie steht im Februar und März in voller Blüte und verzaubert mit ihren weißen, rosa und pinken Blüten.

    Die japanische Pflaume

    Die japanische Pflaume findet man überall in Japan
    Die japanische Pflaume findet man überall in Japan (Foto: hatake_s / CC BY-NC-ND 2.0)

    Ursprünglich wurde die Ume aus China eingeführt und seitdem in Japan kultiviert. In der Heian Zeit (794-1185) wurde die japanische Pflaume als Gartendekoration genutzt, musste jedoch bald der Popularität der Sakura, der japanischen Kirschblüte, weichen. Sie ist seit langem ein Symbol für den Beginn des Frühlings und für das Glück. Da die beliebtere japanische Kirsche ihr den Rang als „Bote des Frühling“ allerdings abgenommen hat, gilt die Pflaume heute lediglich als Glücksbringer. Sie wird aus diesem Grund auch oft in Richtung Nordosten gepflanzt, da aus dieser Richtung das Unglück kommen soll und die Pflaumenbäume dieses abwehren.

    Dennoch ist die japanische Pflaume, von der es viele verschiedene Arten gibt, bis heute beliebt. Sie blüht in der Regel von Mitte Februar bis Anfang März, wobei einige Arten früher oder später anfangen zu blühen. In der Regel haben die Blüten des Baumes fünf Blütenblätter, deren Farben von weiß, über ein blasses Rosa bis zu einem intensiven Pink reichen.

    Die Früchte der japanischen Pflaume
    Die Früchte der japanischen Pflaume (Foto: sarah / CC BY-NC-ND 2.0)

    Die Ume trägt außerdem Früchte. Diese wird genau wie der Baum auch als Ume oder japanische Pflaume bezeichnet. Die Früchte sind jedoch, anders als die westlichen Pflaumen, eher sauer und werden gewöhnlich nicht einfach so gegessen, sondern vor dem Verzehr verarbeitet.

    Ein besonders beliebtes Produkt ist umeboshi (jap.: 梅干し), getrocknete und eingelegte Früchte, die einen salzig-sauren Geschmack haben und pur, oder auch als Füllung für Onigiri verwendet werden. Eine weitere populäre Verarbeitungsart der japanischen Pflaume ist der umeshu (jap.: 梅酒, Pflaumenlikör). Die unreifen, grünen Früchte werden hierbei in Likör eingelegt und können später als japanischer Pflaumenwein genossen werden. Das alkoholische Getränk hat einen süß-säuerlichen Geschmack.

    Im Vergleich zur Kirschblüte, die anfängt zu blühen, wenn es langsam wärmer wird, blüht die japanische Pflaume am besten in kalten klimatischen Bedingungen. Aus diesem Grund kommt es häufig vor, dass sie bereits Anfang Februar blüht. Wer zu dieser Jahreszeit in Japan ist, sollte also auf keinen Fall den tollen Anblick der japanischen Pflaume verpassen, sich aber mit warmer Kleidung ausrüsten.

    Beliebte Orte, um die Pflaumenblüten zu sehen

    Die japanische Pflaume findet man überall in Japan. Nachfolgend werden einige Orte vorgestellt, an denen man die Blütenpracht der Bäume am besten erleben kann.

    Tokyo

    Ume im Hanegi Park in Tokyo
    Ume im Hanegi Park in Tokyo (Foto: Laura Scibetta)

    Der Hanegi Park befindet sich im Bezirk Setagaya und dort findet man über 650 Pflaumenbäume, von denen ca. die Hälfte weiße und die andere Hälfte farbige Blüten trägt. Hier findet im Februar auch das „Setagaya Ume Plum Festival“ statt, bei dem man an kleinen Buden lokale Spezialitäten und Handarbeiten findet. Der Park ist nach einem ca. 5 minütigen Spaziergang von der Bahnstation Umegaoka auf der Odakyu Linie oder der Bahnstation Higashi Matsubara auf der Inokashira Linie zu erreichen.

    Der Yushima Tenmangu (manchmal auch Yushima Tenjin genannt) ist ein im Jahr 458 gegründeter Shinto Schrein in der Nähe des Ueno Parks. Der Schrein ist berühmt für seine Statue einer Kuh, die angeblich heilende Kräfte besitzt, sowie seinen Pflaumenhain. Hier blühen über 300 Pflaumenbäume in verschiedenen Weiß-, Rosa- und Rottönen. Beim „Ume Matsuri“ im Februar und Anfang März finden traditionelle Musikshows, Teezeremonien im Freien und Verkostungen von Umeshu statt. Der Schrein ist 2 Gehminuten von der Bahnhofstation Yushima auf der Chiyoda Linie entfernt.

    Kyoto

    Ein Spaziergang durch den Park des Kaiserpalasts Kyoto
    Ein Spaziergang durch den Park des Kaiserpalasts Kyoto (Foto: mrhayata / CC BY-SA 2.0)

    Der Kaisterpalast Kyoto war bis zum Jahr 1868 die Residenz der kaiserlichen Familie. Der Palast ist von dem weitläufigen Park Kyoto Gyoen umgeben. Im südwestlichen Teil des Parks blühen Mitte Februar ca. 200 Pflaumenbäume. Vom Bahnhof Kyoto aus kann man den Kaiserpalast mit der Karasuma Linie erreichen. Die nächsten Stationen dort sind Marutamachi oder Imadegawa.

    Der ca. 1300 Jahre alte Umenomiya Taisha Schrein befindet sich im Nordwesten der Stadt, nahe dem Bezirk Arashiyama. Auf dem Gelände des Schreins sind über 500 Pflaumenbäume gepflanzt. Am ersten Sonntag im März findet hier das „Plum Blossom Festival“ zeitgleich mit dem Fest der Geburten statt. Vom Bahnhof Kyoto erreicht man den Schrein mit dem Bus 28 in ca. einer halben Stunde.

    Weitere Orte in Japan

    Der Kairakuen befindet sich in Mito, der Hauptstadt der Präfektur Ibaraki. Er ist ein traditioneller Landschaftsgarten und gehört zu den drei schönsten Gärten Japans. Dort befinden sich über 100 verschiedene Pflaumenbaumsorten, die den Garten im Frühjahr in ein weiß, rosa und pinkes Blütenmeer verwandeln. Hier findet von Mitte Februar bis März das „Mito Ume Matsuri“ statt. Vom Bahnhof Mito ist der Garten nur eine 10-minütige Busfahrt entfernt.

    Das „Odawara Ume Matsuri“ findet jährlich zwischen Februar und März in der Stadt Odawara in der Präfektur Kanagawa statt. Schauplatz des Festivals sind zwei verschiedene Orte in der Stadt: der Burgruinen-Park der Burg Odawara sowie Soga Bairin. Im Burgpark finden Besucher*innen Hunderte von Pflaumenbäumen. Soga Bairin ist ein mit 35.000 Bäumen bewachsener Pflaumenhain, welcher vor der Kulisse des Berges Fuji und der Berge von Hakone im Frühjahr zu den beliebtesten Orten der Stadt zählt.

    Die japanische Pflaume in Soga Bairin
    Die japanische Pflaume in Soga Bairin (Foto: skyseeker / CC BY 2.0)

    Die kleine Stadt Tsukigase liegt in der Yamato Hochebene, östlich von Nara. Hier befindet sich der Tsukigase Pflaumenhain, wo ca. 10.000 Ume-Bäume zu finden sind. Die Besonderheit hier ist, dass es viele Bäume der „weinenden Pflaume“ gibt. Die Äste dieser Baumart wachsen nach unten und sind mit pinken Blüten übersäht. Man kann den Pflaumenhain von Nara aus mit einem lokalen Bus erreichen, für eine schnelle Anfahrt lohnt sich allerdings ein Mietwagen.

    Im Nishinomaru Garten der Burg Osaka in der gleichnamigen Stadt befinden sich über 1.000 Pflaumenbäume 100 verschiedener Arten. Besucher*innen können sich hier nicht nur über die tollen Blüten freuen, sondern auch auf den 105,6 Hektar großen Osaka Burgpark, in dem sich der Garten befinden. Die Burg Osaka mit seinem Park und Garten liegt zentral im Zentrum der Stadt und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmittel angebunden.

    Der Dazaifu Tenmangu Schrein befindet sich in der Stadt Dazaifu der Präfektur Fukuoka auf der Insel Kyushu. Der Shinto-Schrein ist der Gottheit Tenjin gewidmet und gehört zu den drei bedeutendsten Schreinen dieser Art in ganz Japan. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich neben vielen Schreingebäuden auch über 6.000 Pflaumenbäume, die im Februar in voller Blüte stehen. Man erreicht den Schrein nach einem 5-minütigen Spaziergang vom Bahnhof Dazaifu.

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