HomeJapan erlebenKulturJapanischer Teekessel: "Nanbu Tekki"

    Eine Tradition Moriokas

    Japanischer Teekessel: „Nanbu Tekki“

    Der gusseiserne Teekessel mit dem „Nanbu Tekki“ Zeichen ist ein Muss für alle, die traditionelle japanische Handwerkskunst lieben und kommt aus Morioka.

    Um den Ursprung dieses besonderen Teekessels zu ergründen, muss man nach Morioka fahren. Nanbu Tekki heißt übersetzt „Eisenwaren aus Nanbu“ und in dem Dorf Morioka Tezukui Mura kann man hierzu mehr erfahren.

    Um dorthin zu gelangen, kann man den Hochgeschwindigkeitszug Hayabusa Shinkansen von Tokyo aus nehmen und dann mit dem Bus Nr. 10 zum Dorf fahren. Um eines der örtlichen Kunsthandwerkstudios zu erreichen, musst du vom Bahnhof aus ein Taxi nehmen.

    Die Geschichte des Nanbu Tekki Teekessels

    Vor etwa neunhundert Jahren verbreitete sich das Handwerk des Eisengusses von der kaiserlichen Hauptstadt Kyoto aus in verschiedene Teile Japans, darunter die nördliche Hauptstadt Hiraizumi in der Präfektur Iwate. Hier ermöglichte der Reichtum an natürlichen Ressourcen, darunter Kohle und hochwertiger, eisenhaltiger Sand, das Gedeihen des Handwerks. Später wurde sogar der vor Ort gewonnene Joubouji-Lack für die Außenveredelung von Wasserkesseln verwendet.

    Sado schafft einen neuen Markt für Gusseisenwaren

    In der Feudalzeit stellten die Iwate-Gießereien vor allem Werkzeuge her, aber in der Edo-Zeit wurde die Gegend schließlich für ihre Teekessel bekannt. Bald wurden diese in verschiedenen Formen und Größen gegossen, um den Anforderungen an die in der Zeit immer beliebteren Teezeremonie (Sado) zu entsprechen. Ein Kessel ohne Henkel (Metallgriff) ist ein Chagama, ein wesentliches Accessoire der Teezeremonie. Ein Kessel mit Henkel wird Tetsubin genannt.

    Teekessel Nanbu Tekki
    Traditionelle Sandama Form und Arare Motiv (Foto: Scott Brause)

    Aufstieg und Fall von Nanbu

    Während dieser Jahrhunderte herrschte der Nanbu-Clan über einen Großteil von Iwate und das Gusseisen dieser Region wurde unter diesem Namen populär. „Nanbu Tekki“ wurde erst viel später als Markenname angenommen, in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, zu einer Zeit, als gusseiserne Pfannen und schwere Wasserkocher bei den japanischen Verbrauchern bereits in Ungnade fielen. Das Zeitalter der Bequemlichkeit war angebrochen, mit beschichteten Pfannen und elektrischen Kochtöpfen.

    Heute sind die gusseisernen Waren wieder beliebter und man sieht sie vor allem als Rückkehr zu Traditionen. Für Teezeremonien sind sie unersetzlich und gerade in traditionellen Ryokan Unterkünften und Cafés sieht man diese Art von Teegeschirr sehr häufig. Die Teekessel stehen damit für hochwertige Produkte und eine Wertschätzung von Handwerk und natürlich von Tee.

    Vorsicht: Gefälschte Waren sind überall!

    Qualität hat natürlich ihren Preis und die aufwändig gefertigten Teekessel gibt es auch nicht in übergroßen Mengen. So findet man gerade im Internet heutzutage immer öfter Teekannen, die als „japanischer Nanbu Tekki“ verkauft werden, in Wahrheit aber billige Fälschungen sind.

    Oft werden diese aus billigem und nicht selten schadstoffbelasteten Materialien hergestellt, sodass man hier bei einem geplanten Kauf sehr vorsichtig sein sollte.

    Zurück zum echten Nanbu Tekki

    Zurück nach Morioka, wo die Nanbu Tekki-Tradition immer noch lebendig ist. Handwerklich gefertigte Teekessel von hervorragender Qualität kosten zwischen ¥30.000 (etwa 233 Euro) und ¥100.000 (etwa 777 Euro). Kessel, die in einem der renommierten Studios, wie dem des Morihisa Suzuki Studios der fünfzehnten Generation, hergestellt werden, beginnen bei etwa ¥100.000.

    Teekessel Nanbu Tekki
    Bei der Arbeit im Atelier von Morihisa Suzuki (Foto: Scott Brause)

    Wer es etwas günstiger möchte, hat die Wahl zwischen einigen Alternativen zu Teekesseln in Sammlerqualität, die alle in Iwate hergestellt werden. Ziehe zunächst einen preiswerten Wasserkocher von Iwachu oder Oigen in Betracht, beides renommierte Unternehmen in der Tradition von Nambu Tekki, die Kochgeschirr von hoher Qualität für weit unter ¥10.000 (weniger als 77 Euro) anbieten. Beim Kauf sollte man darauf achten, zwischen einer Teekanne und einem Kochkessel zu unterscheiden

    Eine Empfehlung ist auch der Kunsthandwerksdorf Morioka Tezukuri Mura, wo man Designertöpfe ab etwa ¥ 30.000 findet. Hier gibt es mehrere Ateliers und mit etwas Glück kann man den Meister*innen dort sogar bei der Arbeit zusehen. Die Busfahrt vom Bahnhof Morioka dauert 30 Minuten.

    Ein paar Tipps

    Wer sich also einen echten gusseisernen Teekessel kaufen möchte, der sollte auf jeden Fall bedenken, dass Waren aus Eisen mehr Pflege brauchen, als herkömmliches Geschirr. Beispielsweise darf man nie Wasser im Kessel zurücklassen, denn sonst kann dieser rosten und dadurch Schaden nehmen.

    Dafür hat man mit einem solchen Produkt ein Stück uralter japanischer Tradition. Gerade Liebhaber*innen von Tee haben mit einem solchen Kessel sicherlich viel Freude und wissen das besondere Aroma zu schätzen, das die Zubereitung mit derartigem Geschirr mit sich bringt.

    Die Präfektur Iwate hat noch weitere spannende Sehenswürdigkeiten zu bieten.

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