HomeJapan erlebenKulturHagi - Stadt der Samurai und Töpferkunst

    Erkunde die Küstenstadt in Yamaguchi

    Hagi – Stadt der Samurai und Töpferkunst

    Hagi ist eine Stadt und ehemalige Burganlage an der Küste von Yamaguchi, die mit einer langen Geschichte und viel lokalem Kunsthandwerk aufwartet.

    Hagi war lange Zeit die Heimat des einflussreichsten Samurai Clan der Gegend und war in Japans Feudalzeit entsprechend mächtig, sodass sich hier gleichzeitig auch eine vielfältige Kultur und Kunsthandwerk ausbilden konnten. Damals herrschte dort der mächtige Mori Clan. Mit dem Bau der gleichnamigen Burg im Jahre 1604 wurde schließlich sogar der Hauptsitz des Clans von Hiroshima hierher verlegt. So blieb Hagi für mehr als 250 Jahre das politische Zentrum der Gegend.

    Auch heute noch bietet die kleine Stadt in Yamaguchi ein wundervolles Ausflugsziel. Die kleinen Straßen sind mit Häusern aus der Samurai-Zeit gesäumt und bieten somit ein reizvolles Altstadt-Ambiente. Zudem findet man hier die berühmte Töpferkunst namens Hagi-yaki, die bis heute in ganz Japan bekannt und beliebt ist.

    Hagi Töpferkunst. Foto: Raphael Fukuda/ JT
    Hagi Töpferkunst. Foto: Raphael Fukuda/ JT

    Geschichte und Kunsthandwerk in Hagi

    Die kleine Stadt ist voller kleiner Museen zu unterschiedlichen Themen. So findet man hier das Hagi Museum, eine relativ neue Einrichtung aus dem Jahr 2004, welches unter anderem Ausstellungsstücke aus der Bakumatsu Zeit präsentiert. Auch lokales Kunsthandwerk wird hier ausgestellt.

    Denn die Gegend ist besonders bekannt für ihre Töpferkunst und bis heute gibt es hier noch über 100 lokale Handwerksbetriebe, die das bekannte Handwerk ausüben. Viele bieten sogar kleine Workshops an, in denen man sich selbst an der Töpferei versuchen kann. Die Töpferwaren von hier sind besonders für die erdigen und natürlichen Töne und die durchsichtige Glasur bekannt, welche diese hervorhebt.

    Zudem blieb die Stadt von Naturkatastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen weitgehend verschont, was nicht nur dafür sorgte, dass sich das blühende Kunsthandwerk hier entwickelt hat, sondern auch, dass man noch heute viele gut erhaltene Gebäude findet. Diese haben ehemaligen Samurai-Familien oder Händlern gehört und prägen heute das Stadtbild.

    Top Attraktionen in Hagi

    Auch wenn es in der Stadt unzählige Attraktionen gibt, sind hier die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kurz vorgestellt:

    Altstadt

    Die Altstadt ist definitiv eine der Hauptattraktionen und befindet sich im nordwestlichen Teil von Hagi. Sie besticht mit traditionellen Häusern, welche einst die Residenzen der dort lebenden Samurai und Händler waren. Sie sind von kleinen traditionellen Straßen durchzogen und von den typischen kleinen Mauern umgeben.

    Einige der Häuser, die sich um die Burg gruppieren, sind für die Öffentlichkeit zugänglich, sodass man auch hinter die Mauern sehen und einen Einblick in die ehemaligen Residenzen bekommen kann.

    Jokamachi, die Altstadt rund um die Burganlage.
    Jokamachi, die Altstadt rund um die Burganlage. Foto: Raphael Fukuda/ JT

    Shoin Schrein

    Im östlichen Teil der Stadt befindet sich der Shoin Schrein, welcher in Ehrung von Yoshida Shoin erbaut wurde. Dieser spielte einst eine wichtige Rolle in der Meiji Restauration. Er war Samurai und Visionär und hatte großes Interesse an der Kultur jenseits von Japan.

    Ein Highlight neben dem wunderschönen Schrein Gelände sind die nur dort erhältlichen Shoin-Dango, kleine Reisbällchen auf einem Spieß, die mit einer süßen Soße serviert werden.

    Der Shoin Schrein.
    Der Shoin Schrein. Foto: Raphael Fukuda/ JT

    Tokoji Tempel

    Der Tokoji Tempel wurde zu Ehren der einst hier herrschenden Lords erreichtet. Hier sind viele Mitglieder des Mori Clans bestattet. Der Tempel wurde 1691 gegründet und gehört dem Zen Buddhismus an. Wie die meisten Zen Tempel hat er damit ein stark an chinesische Architektur angelehntes Äußeres und gerade sein großes rotes Eingangstor zeigt dies.

    Hinter dem Tempel befindet sich ein Friedhof, auf dem die Hälfte der Lords aus dem Mori Clan bestattet sind, und zwar diejenigen, welche in der Folge des Clans eine ungerade Nummer hatten. Alle Lords mit geraden Zahlen in der Nachfolge sind im ebenfalls in der Stadt stehenden Daishoin Tempel begraben.

    Tokoji Tempel
    Eingangstor des Tokuji Tempels. Foto: Raphael Fukuda( JT

    Burg Hagi

    Auch wenn von der ehemaligen Burg heute nur mehr Ruinen übrig sind, so gehört sie dennoch zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Stätte gehört seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein beliebtes Reiseziel. Gerade im Frühling kommen hier viele Touristen, um die Kirschblüte zu erleben.

    Kulinarische Highlights in Hagi

    Die Stadt besitzt wie fast alle Gegenden in Japan eine ganz eigene Kulinarik und bietet viele lokale Köstlichkeiten. Durch die Lage an der Küste bietet Hagi vor allem viele und hochwertige Meeresfrüchte, darunter Tintenfisch, Seeigel und Kugelfisch – also definitiv ein paar ganz besondere Produkte, an die sich mutige Besucher*innen wagen können.

    Wer keinen Fisch oder Meeresfrüchte mag, für den empfiehlt sich Kenran Rind, eine besondere Rasse aus der Gegend, oder Mutsumi Schweinefleisch, das für seine zarte Struktur und den süßen Geschmack bekannt ist.

    Im Sommer sind vor allem die hier angebauten Orangen sehr beliebt und man findet sie dann überall auch als Souvenir – pur oder verarbeitet in Eiscreme, Marmelade oder andere Süßigkeiten.

    Anfahrt

    Der nächste Flughafen ist der Ube Yamaguchi und ein Flug von Tokyo dauert etwa 90 Minuten. Von dort aus kann man mit der Bahn bis Shin-Yamaguchi fahren und dort in den Hagi-Bus umsteigen, der etwa 60 bis 90 Minuten bis zur Stadt braucht.

    Bekannte Töpferkunst aus der Gegend.
    Bekannte Töpferkunst aus der Gegend. Foto: Raphael Fukuda/ JT

    Innerhalb der Stadt gibt es viele günstige Optionen für die dortigen Verkehrsmittel. Üblicherweise kosten die lokalen Busse dort ¥100 (etwa 0,75 Euro) pro Strecke, egal wo man ein oder aussteigt. Wer sich allerdings länger hier aufhält und eine Vielzahl der Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, der kann über einen 1-Tages, beziehungsweise 2-Tages Pass nachdenken, mit dem man Geld sparen kann. Die Pässe können am Bus-Center oder im Touristeninformationscenter gekauft werden.

    Grundsätzlich ist die Stadt nicht sehr groß und man kann alle Attraktionen auch zu Fuß erreichen oder sich ein Fahrrad ausleihen. Eine weitere Möglichkeit sind die Bootsfahrten, die bei der Burg beginnen und den Fluss entlang verschiedene Highlights der Stadt abfahren. Eine Fahrt dauert etwa 40 Minuten und kostet pro Person ¥1200 (etwa 9,10 Euro).

    Ein weiteres praktisches Highlight für Touristen ist das kostenlose WiFi, das beinahe überall in der Stadt verfügbar ist. Informationen dazu bietet das Touristeninformationscenter in Hagi und auch auf der Website der Stadt findet man hier Hinweise, sodass einer Erkundungstour durch die wunderschöne Küstenstadt nichts mehr im Weg steht.

    Wer mehr Informationen über die Präfektur sucht und weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung sucht, der findet hier die besten Attraktionen in Yamaguchi.

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