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    Friedensdenkmal Hiroshima: Die Atombombenkuppel

    Die Überreste der ehemaligen „Halle zur Förderung der Industrie der Präfektur Hiroshima“, auch bekannt als Atombombenkuppel, bilden heute das Friedensdenkmal Hiroshima.

    Am Rande des Friedensparks in Hiroshima sticht die besondere Kuppelstruktur des Gebäudes sofort ins Auge und es verwundert daher nicht, dass das heutige Friedensdenkmal auch den Beinamen „Atombombenkuppel“, im Englischen vor allem die Bezeichnung „Atomic Bomb Dome“ oder „A-Bomb Dome“ trägt. Es ist Mahnmal und Erinnerungsstätte zugleich und lässt Besucher*innen auf eindringliche Weise erfahren, welche Zerstörungskraft hinter Kernwaffen steckt.

    Geschichte des Friedensdenkmals in Hiroshima

    Das Gebäude, vom tschechischen Architekten Jan Letzel als „Produktausstellungshalle der Präfektur Hiroshima“ entworfen, wurde im April 1915 fertiggestellt und eröffnet. Das auffallend europäische Design und die imposante Größe machten es zusammen mit der Lage mitten in der Stadt und zudem am Ufer des Motoyasu Flusses zu einem Hingucker.

    Es befand sich nur einen Steinwurf entfernt von der T-förmigen Aioi Brücke, welche vom US-Bomber Enola Gay als Abwurfziel der Atombombe „Little Boy“ ausgewählt wurde. Am 6. August 1945 war das Gebäude damit nur knappe 140 Meter vom Zentrum der Explosion entfernt. Alle dort zu diesem Zeitpunkt arbeitenden Menschen kamen ums Leben, aber durch die Nähe zum Ground Zero blieb der Großteil der Gebäudestruktur erhalten.

    Die namensgebende Kuppelstruktur des Friedensdenkmals in Hiroshima.
    Die namensgebende Kuppelstruktur des Friedensdenkmals in Hiroshima. Foto: Paul Blenkhorn/ Unsplash

    Zudem bestand das Gebäude im Gegensatz zu den meisten anderen Bauwerken der Stadt nicht aus Holz, sondern primär aus Stein und Metall, sodass es auch dem Feuer nach der Explosion weitgehend entgehen konnte und sich in seiner damaligen Form bis heute gehalten hat.

    Von einer Ruine zum Friedensdenkmal

    Ursprünglich sollte die Ruine zusammen mit allen anderen zerstörten Gebäuden vollständig abgerissen werden. Dieses Vorhaben jedoch wurde immer wieder verschoben, sodass der Rest von Hiroshima in den kommenden Jahren rund um diese Stelle herum wieder aufgebaut wurde. Die Einheimischen waren darüber geteilter Meinung – während die einen noch immer wollten, dass die Überreste abgerissen werden, waren viele andere der Meinung, dass sie als Mahnmal erhalten bleiben sollten.

    1966 schließlich entschloss sich die Stadt Hiroshima, die Atombombenkuppel zu erhalten und führte im Zuge dessen bis zum heutigen Tag auch zweimal Bauarbeiten zu deren Bewahrung aus. Trotz der Einwände seitens China und den USA wurde das Gebäude im Jahre 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Begründet wurde diese Entscheidung seitens der Stadt Hiroshima:

    Das Gebäude sei ein Zeitzeuge, „welches nicht nur ein starkes Symbol der zerstörerischsten Kraft sei, die je von der Menschheit geschaffen wurde; es drücke zudem die Hoffnung auf Weltfrieden und der endgültigen Beseitigung aller Kernwaffen aus“.

    UNESCO Weltkulturerbe und Touristenattraktion

    Heutzutage ist es einer der Touristenattraktionen der Stadt und zieht jährlich unzählige Touristen aus dem In- und Ausland an. Die Atmosphäre ist schwer zu beschreiben, gerade in Hinsicht auf das, was an dieser Stelle passiert ist. Oft findet man hier passionierte Einheimische, welche sich als freiwillige Reiseleiter anbieten und Besuchern mehr über die Geschichte der Kuppel und den Atombombenabwurf erzählen. Auf jeden Fall hinterlässt ein Besuch einen bleibenden Eindruck und zeigt in aller Deutlichkeit, was Krieg anrichten kann.

    Das Friedensdenkmal befindet sich am Rande des Friedensparks mitten in der Stadt Hiroshima.
    Das Friedensdenkmal befindet sich am Rande des Friedensparks mitten in der Stadt Hiroshima. Foto: Terence Starkey/ Unsplash

    Die Kuppel ist auch ein wichtiger Bestandteil im Design des Friedensparks und liegt direkt auf der „Friedenslinie“ des Architekten Kenzo Tange. Diese umfasst unter anderem auch die Friedensflamme und das Zentrum des Friedensmuseums. Außerdem wird der Ort immer wieder gerne von Demonstranten und Menschen genutzt, die sich gegen Atomwaffen und für den Weltfrieden aussprechen.

    Auf der Website der Stadt Hiroshima kannst du mehr über die Atombombenkuppel und weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe erfahren.  Mehr Informationen zur Präfektur Hiroshima finden sich in den Top 10 Attraktionen in Hiroshima.

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