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    Diese schrägen Festivals findet man nur in Japan

    10 bizarre Feste in Japan

    Japan bietet viele außergewöhnliche Feste, die es sonst so nirgendwo gibt. Hier finden sich die 10 merkwürdigsten Festlichkeiten.

    Bizarre Feste gibt es weltweit, doch insbesondere Japan ist im Ausland für allerlei merkwürdige Dinge bekannt. Viele Stereotypen sind zwar übertrieben, allerdings gibt es einige sehr seltsame Festivals, die man nur hier findet.

    Die folgende Liste zeigt einige der merkwürdigsten Festlichkeiten, welche trotz oder vielleicht wegen ihrer bizarren Natur durchaus sehenswert sind:

    1. Hanamaki Souminsai

    Mit Fackeln geht es fast nackt auf den Berg Koshio.
    Mit Fackeln geht es fast nackt auf den Berg Koshio. (Foto: Japan Travel)

    Den Anfang macht das Hanamaki Souminsai Fest, das jedes Jahr im Januar am Berg Koshio in Iwate stattfindet. Eigentlich handelt es sich hierbei um ein Fest der Reinigung. Zunächst beginnt es – noch recht harmlos – mit dem traditionellen Mochi-Schlagen und dem anschließenden Segen der dortigen Priester.

    Dann aber wird es bizarr, denn die Teilnehmer machen sich nun halb nackt und mit brennenden Fackeln bewaffnet daran, den Berg zu besteigen. Zu der Zeit ist es in Iwate eisig kalt und es liegt Schnee, sodass die Wanderung zusätzlich erschwert wird. Als wäre das noch nicht genug, tragen die – meist männlichen –  Teilnehmer auf Papier geschriebene Segenssprüche in ihren Mündern.

    Ist der Aufstieg geschafft, folgt ein Kampf um einen besonderen Glücksbringer, welcher dem Gewinner besonderes Glück für das neue Jahr gewähren soll. Die Kämpfe können über eine Stunde dauern und enden nicht selten mit blauen Flecken

    2. Kasedori Matsuri

    Die Vögel des Kasedori Festivals tanzen in den Straßen.
    Die Vögel des Kasedori Festivals tanzen in den Straßen. (Foto: f_a_r_e_w_e_l_l / CC BY-SA 2.0)

    Das Kasedori Matsuri, auch „Strohvogel Fest“ genannt, findet jedes Jahr im Februar in Kaminoyama in Yamagata statt. Dabei kleiden sich erwachsene Männer in Kostümen aus Stroh, sogenannte “Kendai”, und schreien wie Vögel. Die Strohkostüme halten sie nicht wirklich warm, da sie während ihres Tanzes von den Zuschauern mit kaltem Wasser übergossen werden, welches am Stroh gefriert. Angeblich sollen alle, die vom Wasser getroffen werden, besonderes Glück im neuen Jahr haben. Zum Ausgleich genießen die Teilnehmer während ihres wilden Tanzes und Vogelgeschreis von der Burg Kaminoyama durch die Stadt reichlich Sake.

    The Kasedori Fest geht zurück bis ins 17. Jahrhundert, als die Gegend häufig von Bränden heimgesucht wurde. Angeblich brachte der legendäre Vogel „Kasedori“ damals Wasser, um die Brände zu löschen und sicherte sich somit den Respekt und die Loyalität der Bewohner*innen. Seitdem findet jedes Jahr zu Ehren dieses Vogels das dortige Fest statt, um für ein ertragreiches Jahr ohne Feuer zu bitten.

    Es heißt zudem, dass die Strohhalme, die aus den Kostümen der tanzenden Männer fallen, jeder Frau langes und üppiges Haar bringen, wenn sie sich eines davon ins Haar flechtet.

    3. Hadaka Matsuri- Fest des nackten Mannes

    Tausende nackte Männer bei eisiger Kälte.
    Tausende nackte Männer bei eisiger Kälte. (Foto: Mstyslav Chernov/Unframe / CC BY-SA 3.0)

    Das Hadaka Matsuri findet jedes Jahr im Februar in Okayama statt und hat nicht umsonst mittlerweile internationale Bekanntheit erlangt, sodass es jährlich etwa tausende Besucher*innen anzieht: Die Übersetzung als das „Fest des nackten Mannes“ ist Programm, denn dabei ziehen sich tausende Männer bis auf ihre Fundoshi Leinentücher und Tabi Socken aus, haken ihre Arme untereinander ein und tanzen dabei um den dortigen Saidaiji Kannon-in Tempel.

    Höhepunkt ist das sogenannte „Shingi Touka“, das Werfen von shingi, heiligen Bambusstöcken, die Glück für das Jahr bringen sollen. Inmitten des lebhaften Haufens können sich die halb nackten Männer kaum bewegen, während sie um die begehrten Preise kämpfen. Ein Besuch lohnt sich definitiv, und falls Man(n) mutig genug ist, kann man auch mitmachen.

    4. Kanamara Matsuri – das Penis Fest

    Das Penis Festival zieht viele Menschen an
    Das Penis Festival zieht viele Menschen an (Foto: Japan Travel)

    Sicherlich eines der merkwürdigsten und gleichzeitig international bekanntesten Feste ist das Kanamara Matsuri, auch bekannt als das „Penis Fest“. Dieses zieht jedes Jahr tausende von Menschen nach Kawasaki in Kanagawa, – vielfach sind es übrigens heutzutage gar nicht Japaner*innen, sondern vor allem ausländische Besucher*innen, die an diesen skurrilen Festlichkeiten teilnehmen möchten.

    Der Name ist hierbei Programm und so finden sich hier allerhand Dinge von Süßigkeiten über Gemüse bis hin zu Zeichnungen und mehr in Form des männlichen Organs. Höhepunkt ist dabei – wie bei vielen anderen „normalen“ Festen in Japan das Tragen eines Mikoshi (ein tragbarer Schrein) durch die Straßen bis zum Kanayama Schrein. Hierbei natürlich in Form eines überdimensionalen Phallus.

    Obwohl es Diskussionen über den Ursprung des Festivals gibt (manche sagen, dass es Geschlechtskrankheiten fernhalten soll und andere sagen, dass es bei einer erfolgreichen Geburt helfen soll), steht auf jeden Fall fest, dass es sich hierbei um eines der ungewöhnlichsten Feste handelt – und das im sonst oft als prüde bezeichneten Japan.

    5. Nakizumo Matsuri

    Weinende Kinder gibt es viele beim Nakizumo Matsuri.
    Weinende Kinder gibt es viele beim Nakizumo Matsuri. (Foto: Japan Travel)

    Das Nakizumo Matsuri oder auch das „Schreiende Baby Fest“ findet immer im April beim Sensoji Tempel in Asakusa in Tokyo statt. Jedes Jahr messen sich hier einhundert Babys um den Titel des lautesten Schreihalses. Dabei werden die Babys jeweils von einem Sumo Ringer getragen und das Ziel ist es damit, sie zum Weinen zu bringen. Das klingt zwar zunächst ziemlich gemein und eher erzieherisch fragwürdig, aber in Wahrheit folgt diese Tradition dem Glauben, dass schreiende Babys später stärker und gesünder werden. Somit soll dieses Fest den Kleinen also Kraft und Gesundheit für ihre Zukunft bringen.

    Wenn ein Baby übrigens trotz der Sumo Ringer einfach nicht weinen möchte, zieht der Schiedsrichter eine rote Tengu Maske auf und erschreckt so das Kind, bis es weint. Übirgens sind die 100 Plätze für die teilnehmenden Babys so beliebt, dass Eltern sie mit einem Los System dafür anmelden müssen.

    6. Onbashira Matsuri

    Teilnehmer sitzen auf den Baumstämmen beim Onbashi Matsuri.
    Teilnehmer sitzen auf den Baumstämmen beim Onbashi Matsuri. (Foto: Japan Travel)

    Das Onbashi Matsuri findet nur alle sechs Jahre statt, verdient aber dennoch einen Platz unter den 10 skurrilsten Festen Japans. Denn jedes sechste Jahr werden die großen Säulen des Suwa Schreins in Nagano durch neue ersetzt. Dafür werden 16 besonders hohe Bäume gefällt und anschließend im Rahmen der Festlichkeiten zum Schrein transportiert.

    Die etwa 17 Meter hohen und bis zu 12 Tonnen schweren Baumstämme werden dort hingezogen, während einige besonders mutige Teilnehmer sogar auf ihnen sitzen, um ihre Tapferkeit so unter Beweis zu stellen. Obwohl das Spektakel extrem gefährlich ist, zieht es viele Menschen an und es finden sich immer wieder Mutige, die auf den Baumstämmen sitzend durch das unwegsame Gelände gezogen werden.

    7. Kajiki Spinnen-Kampf Festival

    Kämpfende Argiope Spinnen beim Kumo Gassan
    Kämpfende Argiope Spinnen beim Kumo Gassan (Foto: Japan Travel)

    Das sogenannte Kumo Gassen (Kumo bedeutet Spinne) ist ein 400 Jahre altes Spinnen-Kampf Fest, das in der Präfektur Kagoshima stattfindet. Bei diesem ungewöhnlichen Ereignis kämpfen Spinnen der Art Argiope amoena (aus der Familie der Radnetzspinnen) gegeneinander, bis am Ende ein Sieger feststeht. Die teilnehmenden Spinnen werden dabei übrigens meistens von Familien oder Kindern großgezogen und gehalten.

    Bei den Kämpfen gibt es unzählige Regeln, beispielsweise gewinnt die Spinne, die zuerst zubeißt oder die andere Spinne als Erstes in einem Netz fängt. Was sich barbarisch anhört, endet aber fast nie mit dem Tod oder der Verletzung einer dieser Spinnen, da der Schiedsrichter diese mit der Hand beendet, sobald es einen klaren Gewinner gibt. Die meisten Besitzer*innen der Spinnen sind übrigens Kinder, die fast schon liebevoll und vor allem furchtlos mit den Tieren umgehen.

    8. Doronko Matsuri

    Das Schlamm Fest in Ehime.
    Das Schlamm Fest in Ehime. (Foto: Japan Travel)

    Das Doronko Matsuri, alias „Schlamm Festival“ ist eine hervorragende Gelegenheit, um die heißen schwülen Sommertage am Mishima Schrein in der Ehime Präfektur zu genießen. Es findet jedes Jahr im Juli statt und besteht aus mehreren Veranstaltungen, von denen einige sehr ungewöhnlich sind.

    Es beginnt mit dem “Ushi no shirokaki”, dem Ochsenpfügen. Dabei werden eine reihe von Ochsen vor einen altmodischen Pflug gespannt, die anschließend die schlammigen Reisfelder umgraben. Da die Tiere normalerweise nicht für solche Arbeiten genutzt werden, kann dies mitunter sehr chaotisch werden und oftmals weichen die Ochsen vom Pfad ab und ziehen dabei ihre Lenker*innen hinter sich her. So kann man am Ende dieser Veranstaltung sehen, warum es das Schlamm Fest ist, denn in der Regel sind die Teilnehmer*innen danach von oben bis unten voll davon.

    Auf das Pfügen folgen die Bohnen-Pflanzer “Aze mame ue”: dabei werden auf sehr unkonventionelle Art Bohnen „gepflanzt“, indem eine Schlange aus vier Männern zunächst mit Rauch Insekten verjagt, anschließend der zweite in der Reihe die Erde nochmal pflüft, der dritte die Bohnen einpflanzt und der vierte schließlich Reisschalen darüberstreut.

    Weztrer geht es mit “Sanbai oroshi”. Drei Männer mit aufgeschminkten Schnurrbärten führen eine Zeremonie durch, während sie von einem maskierten Dämon gestört werden, der ebenfalls am Fest teilnehmen möchte. Es folgt das eigentliche Reispflanzen, das “O ta ue” und abschließend das “Mochi maki”, bei dem kleine Reiskuchen in die Menge geworfen werden.

    Das Schlamm Fest ist sehr unkonventionell und mehr als ungewöhnlich, womit es sich eindeutig einen Platz unter den bizarrsten Festen Japans verdient hat.

    9. Abare Matsuri

    Beim Abare Matsuri geht es heiß her
    Beim Abare Matsuri geht es heiß her (Foto: Ashley Hirasuna, Metropolis)

    Bei dem Abare oder „Randale Festival“ (auch bekannt als das Feuer & Gewalt Fest) des Yasaka Schreins in Ishikawa geht es heiß her. Getreu seines Namens ist das Fest von Feuer und einer sehr lebhaften, nahezu gewalttätigen, Stimmung geprägt.

    Dieses seltsam brutale Fest hat seinen Ursprung vor 350 Jahren, als die Pest die Stadt Noto in Ishikawa heimsuchte. Die Bewohner*innen riefen Gozu Tenno vom Gion Schrein in Kyoto um Hilfe und es wurde ein Fest abgehalten, um die Pest abzuwehren. Angeblich wurden dabei die kranken Menschen von einer Biene gestochen und waren anschließend geheilt. Die Biene gilt dabei als Botin der Götter, weshalb zu deren Unterhaltung seitdem dieses Fest abgehalten wird.

    Das Feuer und Gewalt Fest findet jedes Jahr im Juki statt und geht über zwei Tage. Während der erste Tag noch verhältnismäßig ruhig beginnt und aus einer Shinto Zeremonie mit einem tragbaren Mikoshi Schrein besteht, der durch die Straßen gezogen wird, werden am Abend riesige Fackeln entzündet und am nächsten Tag wird es dann noch außergewöhnlicher:

    Denn dann wird der Mikoshi Schrein komplett zerstört, indem er auf den Boden geworfen und zertrampelt wird. Die Überreste werden in den Fluss geworfen und anschließend in einem riesigen Feuer verbrannt. Die Atmosphäre wird durch schreiende Zuschauer und Trommeln noch etwas brutaler und hat damit den Namen durchaus verdient.

    10. Paantu Matsuri

    Paantu ist bereit, dich mit seinem Schlamm zu segnen.
    Paantu ist bereit, dich mit seinem Schlamm zu segnen (Foto: Japan Travel)

    Ein chaotisches sowie spirituelles Festival ist das Paantu Matsuri auf der Insel Miyakojima in Okinawa. Es wird jedes Jahr im September oder Oktober gefeiert und hat seinen Namen von einem übernatürlichen Wesen, welches – bedeckt von Ästen, Blättern und Schlamm – angeblich herabstieg, um die BewohnerÜinnen vor dem Bösen zu beschützen.

    Bei dem Fest verkleidet sich ein Teilnehmer als das Paantu Geisterwesen, indem er sich mit Schlamm, Ästen und Blättern bedeckt. Angeblich bringt es Glück, von Paantu mit Schlamm beschmiert zu werden, weswegen sich die Teilnehmer*innen um das Wesen scharen und sich von ihm mit schlammiger Erde „segnen“ zu lassen.

    Das Fest wird in mehreren Döfern auf der Insel abgehalten und wurde in den letzten Jahren immer mehr von Schaulustigen besucht, weswegen das genaue Datum mittlerweile immer erst kurz vor dem Fest bekannt gegeben wird.

    Entgegen der allgemeinen Meinung, dass Japaner*innen oft sehr zurückhaltend sind, gibt es in Japan mehr als außergewöhnliche und sogar skurrile Feste, bei denen Zurückhaltung ganz sicher nicht an der Tagesordnung ist. Wer mehr spannende Eigenheiten Japans kennenlernen möchte, findet hier auch die 10 merkwüridgsten Feiertage in Japan, bei denen mehr als ungewöhnliche Dinge gefeiert werden.

     

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