Kumanote Café

    Das Kumanote Café in Osaka serviert eine Auswahl an Getränken und Parfaits, die über eine Bärentatze in der Wand an Gäste ausgegeben werden.

    Hinter dem Konzept des im Jahr 2021 neu eröffnete Café steckt ein tiefer Hintergrund. Das Kumanote Café (jap.: クマの手カフェ, Kuma no Te, zu Deutsch: Bärenpfote) kommt ohne menschliche Interaktion aus. Das Ziel ist es, ein stressfreies Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter*innen mit verschiedenen psychischen Erkrankungen zu kreieren. Somit können sie lernen, mit ihren Erkrankungen zu arbeiten, Stress zu bewältigen und durch die Arbeitserfahrung sollen außerdem zukünftige Jobchancen erhöht werden.

    Die Idee zum Kumanote Café

    Kumanote Cafe
    Eine Bärenpfote serviert die Speisen und Getränke (Foto: kumanote-cafe / public domain )

    Die Mental Support General School (jap.: メンタルサポート総合学園) ist seit über 10 Jahren als psychologische Beratungsunternehmen und Ausbildungsschule tätig. Sie bieten unter anderem Stressbewältigungskurse, Mental Coaching und Beratungen an. Ihr Ziel ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu helfen und in die Gesellschaft einzugliedern.

    Die Idee zum Kumanote Café entsprang genau diesem Ziel. Es soll einen Arbeitsplatz mit einer stressarmen Atmosphäre schaffen. Die Menschen mit Erkrankungen und sozialen Ängsten sollen hier unbesorgt arbeiten können und somit einen Grundstein für ihre weitere berufliche Zukunft legen. Durch den Erwerb von Arbeitserfahrung und Selbstvertrauen soll eine Eingliederung in die Gesellschaft erleichtert werden. Die Mitarbeiter*innen, die im Café beschäftigt sind, gehören zu den Absolventen der Schule.

    Das Konzept des Kumanote Café

    Kumanote Cafe
    Die Speisen und Getränke werden durch ein Loch in der Wand serviert (Foto: kumanote-cafe / public domain )

    Das Kumanote Café befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Osaka Uehommachi. Das Café hat keine Sitzmöglichkeiten, sondern besteht aus einer Fassade mit einem kleinen Loch in der Wand. Die wohl ungewöhnlichste Besonderheit ist, dass es keinen direkten Kontakt zwischen Mitarbeiter*innen und Kund*innen gibt. Die Getränke und Speisen werden im Innenraum des Cafés zubereitet und über eine Bärenpfote nach draußen an den Kunden gegeben.

    Dies mag auf der einen Seite befremdlich sein, hilft den Mitarbeiter*innen jedoch dabei, zu lernen, mit Stress umzugehen. Durch diese Form können sie in einem ruhigen Arbeitsumfeld arbeiten und sind für die Kund*innen nicht erkennbar. Auf der Webseite des Cafés werden die Mitarbeiter*innen kurz vorgestellt, jedoch ohne Namen oder Foto, was sie für die Öffentlichkeit anonym macht.

    Auf dem Menü des Cafés findet man selbstgebackene Kekse in Bärenform, verschiedene Sorten Eiscreme, eine Auswahl an Heißgetränke und die aufwendig verzierten Parfaits, die nicht nur toll aussehen, sondern auch gut schmecken sollen. Im Gegensatz hierzu steht die graue Betonwand des Cafés. Sie ist schlicht und im modernen Stil gestaltet, mit dem Ziel, das Kumanote Café durch Bilder über die sozialen Medien bekannt zu machen.

    Das einzigartige Ziel des Cafés, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder sozialer Angst durch ein entspanntes Arbeitsumfeld zu unterstützen, ist somit gewährleistet. Für das Management ist es klar, dass es für genau diese Menschen eine Herausforderung sein kann, in kundenorientierten Berufe zu arbeiten.

    Durch die Arbeit im Kumanote Café soll den Mitarbeiter*innen zum einen eine sinnvolle Arbeitsbeschäftigung gegeben werden, zum anderen soll das Selbstvertrauen und weitere Fähigkeiten ausgebaut werden, die auf andere Jobs übertragen werden können. Somit sollen die Mitarbeiter*innen für ihre berufliche Zukunft vorbereitet werden.

    Weitere Informationen

    Das Café ist täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Dienstag hat es regulär Ruhetag. Der nächste Bahnhof ist Osaka Uehommachi, welcher mit der Tanimachi Linie von der zentral gelegenen Station Higashi Umeda aus in 20 Minuten erreichbar ist. Eine Fahrt kostet ¥230 (ca. 1,85 Euro).

    Der Internetauftritt des Cafés ist nur auf Japanisch vorhanden, wer dennoch mehr erfahren mochte, kann weitere Informationen auf der offiziellen Webseite finden.

    Wer in Japan auf der Suche nach weiteren außergewöhnlichen Cafés ist, der findet in Shiro-Hige’s Cream Puff Factory in Tokyo Windbeutel, die aussehen wie Totoro aus dem beliebten Ghibli Film.

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