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    Herstellung des traditionellen Getränks

    Virtuelle Tour: Sake brauen in Nagano

    Sake hat in Japan eine lange Tradition und ist tief mit der Kultur des Landes verwurzelt. Die Herstellung dieses Getränks kann im Rahmen einer virtuellen Tour erlebt werden.

    Die Brauer werden auf Japanisch Kurabito genannt und stellen das beliebte japanische Getränk noch vielfach nach alter Tradition her. In der Stadt Saku in der Präfektur Nagano finden sich noch heute viele traditionelle Brauereien, von denen einige seit über 300 Jahren traditionellen Sake herstellen. Wer möchte, kann sich hier sogar wie ein echter Kurabito-Brauer fühlen und einen Tag lang erleben, wie es ist, das Getränk selbst herszustellen.

    Geschichte des Sake in Japan

    Bis heute ist nicht genau bekannt, wann die Produktion von Sake in Japan genau begonnen hat, man geht aber davon aus, dass sie sich mit dem Anbau von Reis gegen Ende der Jomon Zeit (300 v. Chr.) entwickelt hat. Angeblich waren dafür Riten aus dem Shinto Glauben mitverantwortlich, bei denen Reis zerkaut und anschließend in Gefäße gespuckt wurden, wo dieser zu gären begann. Damals war der Alkoholgehalt jedoch noch sehr gering und die Masse glich eher einem Brei als dem heutigen Getränk.

    "Nihonshu" wird in Japan gerne konsumiert.
    „Nihonshu“ wird in Japan gerne konsumiert. Foto: Serena Ogawa

    Ab dem 5. Jahrhundert wurde Sake dann mithilfe von Pilzkulturen gewonnen, die vermutlich aus China oder Korea importiert wurden. Anfangs durfte das Getränk nur vom Kaiserhof gebraut werden, mit der Zeit aber erhielten auch Klöster die Genehmigung. Mit der Verbreitung der Herstellung wurden Ende des 18. Jahrhunderts schließlich zum ersten Mal Steuern auf Sake erhoben, die ein nicht unwesentliches Einkommen erbrachten.

    Das Trinken von Sake wurde übrigens schon sehr früh in Verbindung mit Trinkspielen zelebriert. Beispielsweise wurden zunächst Gedichte oder Lieder vorgetragen und erst im Anschluss trank die versammelte Gesellschaft gemeinsam. Heute ist das Getränk sehr vielseitig und wird vor dem Essen, zum Essen und auch danach gereicht, oder einfach pur genossen. Auch im Shinto Glauben wird es noch immer bei Riten eingesetzt oder als Opfergabe genutzt.

    Herstellung von Sake

    Sake wird im Deutschen oft als „Reiswein“ bezeichnet, was allerdings eher irreführend ist, da das Getränk von seiner Herstellung her eher Bier gleicht, als Wein. Denn für die Gärung muss Stärke zunächst genau wie bei Bier in Zucker umgewandelt werden, damit im zweiten Fermentationsprozess Alkohol entsteht. Für die Herstellung von Sake benötigt man nur wenige Grundprodukte, nämlich Reis, Wasser und Hefe.

    Da die Qualität des Endproduktes in der Regel vor allem durch die hochwertigen Grundzutaten bestimmt wird, ist gerade Sake aus Gegenden mit natürlichem Quellwasser und qualitativ hochwertigem Reis sehr beliebt. Das Schriftzeichen für Sake 酒 wird im Japanischen auch „shu“ gelesen und so hat sich in Japan die Bezeichnung Nihonshu (jap. 日本酒, wörtlich etwa „japanisches alkoholisches Getränk“) durchgesetzt.

    Virtuelle Tour durch eine Brauerei

    Die Stadt Saku beheimatet 13 Brauereien, die Nihonshu produzieren. Die Gegend in Nagano ist bekannt für ihr reines Quellwasser und hochwertigen Reis, sodass hier hochwertiger Sake hergestellt wird. Die Tradition der hier lebenden Kurabito Brauer geht mehr als 300 Jahre zurück und wird noch heute hier gelebt und kann bei einer virtuellen Tour beobachtet werden.

    Wer schon immer einmal eine solche Brauerei sehen und dabei die Prozesse der Herstellung sowie die rituelle Verwendung des Getränks erleben möchte, der kann die Tour live oder später auf dem YouTube Kanal verfolgen.

    Der Eingang des ersten Sake Hotels: Kurabito Stay.
    Der Eingang des ersten Sake Hotels: Kurabito Stay. Foto: Serena Ogawa

    Die virtuelle Tour ist wie immer kostenlos und findet in Zusammenarbeit mit Eat! Meet! Japan und Kurabito Stay über den Youtube Kanal von Japan Travel statt. Sie wird auf Englisch abgehalten. Kurabito Stay bietet einen einmaligen Einblick in die japanische Kultur mit authentischen Aufenthalten in einer echten Brauerei. Dort kann man in einem renovierten hiroshiki übernachten, einer großen Kammer, in der die Kurabito Brauer früher schliefen. Außerdem können Besucher*innen dort an der Herstellung teilnehmen und sogar selbst mit Hand anlegen, um so einen Tag im Leben eines Kurabito zu erleben.

    Das Live Event findet am Samstag, 18. Dezember 2021 um 5:00 Uhr deutscher Zeit (13:00 Uhr japanischer Zeit) statt. Die Aufnahme bleibt auch nach dem Event weiter verfügbar und kann nachträglich im Replay angesehen werden.

    Programm der virtuellen Tour

    05:00 – Begrüßung und Vorstellung der Gastgeber
    05:05 – Start im Geschäft der Kitsukura Brauerei
    05:10 – Besuch der Brauerei
    05:15 – Tour durch die Kitsukura Brauerei
    05:20 – Erklärung der Sake Herstellung und Rituale
    05:45 – Besuch des Kurabito Stay Hotels und Verkostung
    05:55 – Verabschiedung, Q&A

    Die Gastgeber

    Anthony Blair Guardia

    Anthony ist ursprünglich aus Maryland in den USA und ist für die Präfektur Nagano als Promotion Manager tätig. Er möchte dafür sorgen, dass mehr Menschen die Traditionen dieser Region kennenlernen.

    Ide Taira

    Ide Taira führt die Kitsukura Shuzo Brauerei in der 19. Generation und möchte auch weiterhin die lokale Community unterstützen und den Menschen außerhalb von Nagano das japanische Getränk näherbringen.

    Tazawa Marika

    Tazawa Marika eröffnete das weltweit erste Brauerei Hotel, das Kurabito Stay, um die Gegend rund um Saku auch ausländischen Gästen zu zeigen und diese Traditionen erleben zu lassen.

    Eat! Meet! Japan ist ein Projekt, das in ganz Japan besondere kulinarische Erlebnisse fördert. Gefördert wird es vom japanischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und Fischerei und möchte vor allem dafür sorgen, dass auch ausländische Besucher*innen in ganz Japan außergewöhnliche kulinarische Erfahrungen machen können.

    Auch eine Verkostung erfolgt bei der virtuellen Tour.
    Auch eine Verkostung erfolgt bei der virtuellen Tour. Foto: Serena Ogawa

    Das Projekt möchte Menschen durch Kulinarik zusammenbringen und japanisches Essen und Getränke als Schlüssel zu japanischer Kultur, Geschichte und Handwerk nutzen. Auch Themen wie Nachhaltigkeit und lokale Betriebe spielen hierbei eine große Rolle und dies soll auch in der virtuellen Tour verdeutlicht werden.

    Alle, die sich allgemein für solche Touren interessieren, finden hier Informationen zur virtuellen Tour mit Ama Taucherinnen und zur virtuellen Tour zu den Izu Insel vor Tokyo.

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