HomeJapan erlebenAktivitätenWajima – Landleben in Ishikawa

    Idylle abseits der Metropolen

    Wajima – Landleben in Ishikawa

    Die ländliche Region Wajima befindet sich auf der nordwestlichen Seite der Halbinsel Noto in der japanischen Präfektur Ishikawa. Eine felsige Küstenlinie grenzt an die Halbinsel, welche von Fischerdörfern unterbrochen wird.

    Die Gegend ist voll mit kleinen malerischen Bergdörfern in traditioneller Architektur, Reisterrassen und kleinen Werkstätten, in denen lokales Kunsthandwerk betrieben wird. Allgemein ist Wajima reich an Naturschönheiten und Heimat von Bauern, Fischern und Handwerkern.

    Nachhaltige Fischereimethoden wie das Ama-Tauchen werden hier immer noch praktiziert (auch auf der Perleninsel Mikimoto kann man dies beobachten). Das natürliche Ökosystem wird seit jeher geschützt, damit die Artenvielfalt, der Reichtum und die Schönheit des Gebietes für zukünftige Generationen erhalten bleiben.

    Zu den traditionellen Handwerksberufen, die in diesem Gebiet ausgeübt werden, gehören die Salzgewinnung nach einer für die Halbinsel Noto einzigartigen Methode, die Herstellung von Washi-Papier, die Holzbearbeitung und die Herstellung von Wajima-nuri Lackwaren.

    Wajima-nuri Lackwaren

    Wajima-Nuri Lackwaren sind sowohl in Japan als auch weltweit berühmt. Der spezielle Prozess zur Herstellung von Lackwaren in Wajima umfasst mehr als einhundertzwanzig Stufen. Für die in Wajima hergestellten Lackwaren werden Naturprodukte wie Holz und Naturharzlack verwendet, sodass sie neben ihrer Schönheit auch umweltfreundlich sind.

    Die Familie Kirimoto stellt seit über 200 Jahren in Wajima Holzschalen, Tabletts und andere Gegenstände für Lackwaren her. Sie sind zwar hoch qualifizierte traditionelle Handwerker, haben aber auch mit aktuellen Trends mitgehalten und stellen Gegenstände her, die zu modernen Häusern und Lebensstilen passen. Sie stellen alle möglichen Dinge her, von Essstäbchen bis hin zu Möbeln, und es ist eine Freude, in ihrem Geschäft in Wajima umherzuschlendern.

    Salz an der Küste von Wajima

    Die Salzstation Wajima ist die erste ihrer Art an der Küste von Wajima in Richtung Suzu. Hier kann man hautnah sehen und erleben, wie aus Meerwasser natürliches mineralreiches Salz hergestellt wird. Manchmal dürfen Besucher*innen sogar selbst an den Prozessen teilnehmen; außerdem findet man hier viele Souvenirs und Produkte mit dem dort gewonnen Meersalz.

    Reisterassen an der Küste

    Die Reisterrassen in Shiroyone Senmaida sind wohl die bekannteste Attraktion Wajimas. Senmaida bedeutet „1000 Reisfelder“. Tatsächlich gibt es hier ganze 1004 kleine Reisfelder, und sie bieten einen wunderbaren Anblick vor der Kulisse des Ozeans. Diese Reisterrassen werden vollständig von Hand bewirtschaftet. Der enorme Arbeitsaufwand, den die Bewirtschaftung mit sich bringt, wird nur durch die Zusammenarbeit der Reisbauern und Freiwilligen aus der Gemeinde möglich gemacht.

    Wajima Ishikawa
    Reisterrassen (Foto: Cathy Cawood)

    Von Ende April bis Juli reflektieren die überfluteten Felder das Licht und sehen bei Sonnenuntergang besonders schön aus. Ende September verwandelt sich der Reis mit zunehmender Reife von üppigem Grün in Gold. Wenn du im Winter zu Besuch kommst, besteht eine gute Chance, dass du die von Schnee bedeckten Terrassen sehen kannst. Nachts sind die Bögen der Terrassen von Mitte Oktober bis Mitte März sogar beleuchtet.

    Lokale Marktkultur

    In Wajima kann man auf einem der ältesten Morgenmärkte Japans (aus dem 11. Jahrhundert) Souvenirs einkaufen. Hier findet man natürliches Meersalz, Lack-Essstäbchen und Utensilien, die sich alle hervorragend als kleine Souvenirs eignen. Außerdem gibt es hier natürlich auch frisches Gemüse, Essiggurken und frische oder getrocknete Meeresfrüchte. Der Markt ist täglich von 8 Uhr morgens bis mittags geöffnet.

    Schillernde Laternenfeste

    Den ganzen Sommer über finden auf der Halbinsel Noto rund 200 Kiriko-Festivals statt. Einheimische tragen dabei bis zu 15 Meter hohe und manchmal bis zu 2 Tonnen schwere Laternenparadewagen in Form von Prozessionen zusammen mit Mikoshi (tragbare Schreine) durch die Dörfer.

    Jedes lokale Fest ist anders. Zum Beispiel sind bei einem Fest alle Frauen die Trägerinnen der Wagen. Die Laternen nehmen verschiedene Formen an und manchmal enden sie im Meer. Aber alle Feste haben eines gemeinsam: Sie sind energetisch und aufregend!

    Washi-Papier mit eingebetteten Wildblumen

    Sehenswürdigkeiten zu besichtigen ist großartig, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, Wajima zu genießen. Wie wäre es, wenn du dich an der Papierherstellung versuchst? Der Papiermacher-Workshop beginnt mit der Besichtigung einiger Muster, die vom Lehrmeister erstellt wurden.

    Danach machst du eine Fahrradtour, um Blumen zu pflücken. Wenn du im Atelier ankommst, führt dich der Lehrer durch den Prozess der Herstellung von handgeschöpftem Japanpapier, in das die von dir gesammelten Blumen eingebettet werden. Du kannst ein wunderschönes handgemachtes Souvenir kreieren, und dein fertiges Werk wird dir per Post zugeschickt, wenn es getrocknet ist.

    Dieser 2,5-stündige Workshop findet von März bis Oktober vormittags und nachmittags statt, außer mittwochs, und kostet ¥ 6.500. Der Preis deckt alles ab, einschließlich Fahrradmiete und Porto für die fertige Arbeit. Die Workshops sind auf 6 Personen beschränkt, und du musst dich bis 15 Uhr am Tag vor deiner Teilnahme anmelden (Details findest du weiter unten).

    Wajima Ishikawa
    Blick auf die Gegend (Foto: Cathy Cawood)

    Geführte Radtouren

    Eine der besten Möglichkeiten, die japanische Landschaft zu erkunden und das besondere Ambiente zu genießen, ist mit dem Fahrrad. So kann man die Gegend und die kleinen Dörfer besuchen und von der Reiseleitung mehr Informationen über Wajima und das Leben dort erfahren.

    Diese ca. 2-stündige Tour verläuft von März bis Oktober vormittags und nachmittags, außer mittwochs, und ist auf 6 Personen beschränkt. Man sollte bis 13 Uhr des Vortages buchen (Details findest du weiter unten).

    Entspannende Ölbehandlungen und Massage

    Für Entspannung sorgt eine Ölbehandlung mit speziellen Noto-Ölen. Diese werden aus lokalen Zutaten wie Tsubaki (Kamelie), Hiba (Ishikawas regionalem Baum) und Kuromoji (japanische Zwergzypresse) hergestellt. Man kann zwischen Ganzkörper-, Teilkörper- oder Gesichtsölbehandlungen wähle.

    Aufenthalt in einem Bauernhaus

    Die beste Übernachtungsmöglichkeit in Wajima ist bei den Einheimischen, beispielsweise im Yaji, einem Bauernhaus mit Strohdach. Es ist kein typisches Hotel, sondern eher ein Minshuku (ein familienbetriebenes Bed and Breakfast), sodass man hier sehr authentisch übernachten kann und auch die Möglichkeit hat, mit Einheimischen in Kontakt zu treten.

    Wajima Ishikawa
    Rezeption und Restaurant (Foto: Cathy Cawood)

    Während eines solchen Aufenthaltes kann man das dortige Leben allgemein und intensiv kennenlernen. So hat man die Möglichkeit, beim Zubereiten der Speisen mitzuhelfen oder beispielsweise bei der täglichen Arbeit der Bauern zu unterstützen und beim Pflanzen oder Ernten von Getreide und Gemüse dabei sein.

    Das Herzstück eines traditionellen japanischen Bauernhauses ist der Irori, eine im Boden versunkene Feuerstelle, an der man abends gemeinsam sitzen und Tee trinken kann.

    Über die Website des Sato Maruyama Hotels kann man eine Unterkunft auf dem Yaji-Grundstück reservieren und auch eine Ölbehandlung, eine Erfahrung in der Herstellung von Washi-Papier oder eine Fahrradtour buchen.

    Wajima Ishikawa
    Leckeres Abendessen (Foto: Cathy Cawood)

    Anfahrt

    Vom Flughafen der Noto Halbinsel ist es eine 10-minütige Taxifahrt zum Satoyama Marugoto Hotel. Der Bahnhof von Anamizu ist die Endstation des Zuges von Noto, und von dort aus fährt ein Bus nach Wajima. Alternativ kann man vom Bahnhof Kanazawa einen Bus direkt nach Wajima nehmen (ca. 2 Stunden, ca. 2260 Yen, 11 Busse pro Tag). Mit einem Mietwagen sind es von Kanazawa aus etwa 1,5 Stunden.

    Wer sich für Kunsthandwerk in der näheren Umgebung interessiert, finden in Echizen viele traditionelle Betriebe, die sich bis heute ihre Bräuche bewahrt haben.

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